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Lernfeld 6 · Prüfung Teil 2

Serviceprozess, Tickets und SLA

IT-Serviceprozess nach ITIL: Incident, Problem, Change, Service Desk, Supportstufen, Priorität, SLA mit Reaktionszeit und Verfügbarkeit berechnen.

22 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Im IT-Service-Management nach ITIL ist der Service Desk die zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen (Single Point of Contact). Ein Incident ist eine ungeplante Unterbrechung oder Verschlechterung eines Dienstes; Ziel ist, ihn schnell wiederherzustellen, notfalls mit einem Workaround. Ein Problem ist die unbekannte Ursache eines oder mehrerer Incidents; wiederkehrende Störungen gehören ins Problem Management. Ein Service Request ist eine Standardanfrage wie ein neues Passwort, ein Change eine geplante Änderung, die beantragt, bewertet, genehmigt, getestet, umgesetzt und nachbereitet wird.

Der First-Level-Support nimmt Meldungen auf, erfasst sie im Ticket und löst einfache Fälle selbst. Was er nicht lösen kann, gibt er an den Second Level mit mehr Fachwissen weiter, Spezialfälle gehen an den Third Level oder den Hersteller. Diese Weitergabe heißt funktionale Eskalation; droht eine Frist zu reißen, wird zusätzlich hierarchisch an die Leitung eskaliert. Die Priorität eines Incidents ergibt sich aus Auswirkung und Dringlichkeit, meist über eine Prioritätsmatrix. Viele gleiche Meldungen deuten auf einen größeren Ausfall hin, der als ein Incident mit hoher Priorität behandelt wird.

Ein Service Level Agreement (SLA) legt messbare Zusagen fest: Servicezeiten, Reaktionszeit (bis zur ersten qualifizierten Rückmeldung), Lösungszeit, Verfügbarkeit und Ansprechpartner. Fristen laufen oft nur innerhalb der vereinbarten Servicezeit. Zum Rechnen brauchst du Verfügbarkeit, zulässige Ausfallzeit, mittlere Wiederherstellungszeit und Erstlösungsquote.

Das solltest du dir merken

  • Incident wird behoben, beim Problem wird die Ursache gesucht.
  • Priorität ergibt sich aus Auswirkung und Dringlichkeit.
  • Reaktionszeit ist nicht Lösungszeit; sie endet mit der ersten qualifizierten Rückmeldung.
  • SLA-Fristen zählen meist nur innerhalb der vereinbarten Servicezeit.
  • Ein Change braucht Bewertung, Genehmigung, Test und einen Rückfallplan.

Formeln

Verfügbarkeit
vereinbarte Betriebszeit, Summe der Ausfallzeiten, beide in h
Zulässige Ausfallzeit
Verfügbarkeit als Dezimalzahl, etwa 0,995 für 99,5 %
Mittlere Wiederherstellungszeit
Anzahl der Störungen, Zeiten in h oder min
Erstlösungsquote
beim ersten Kontakt gelöste Tickets, alle Tickets

Typische Fehler in der Prüfung

  • Incident und Problem verwechselt.
  • Bei der SLA-Frist auch Stunden außerhalb der Servicezeit mitgezählt.
  • Die Verfügbarkeit als Prozentzahl in die Formel gesetzt, ohne sie in eine Dezimalzahl umzurechnen.
  • Bei der Priorität nur die Dringlichkeit beachtet und die Auswirkung vergessen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Incident ist die Störung, Problem die Ursache dahinter, Change die geplante Änderung. Die Priorität ergibt sich aus Auswirkung mal Dringlichkeit, nicht aus der Lautstärke des Anrufers.
  • Zulässige Ausfallzeit = Gesamtzeit mal (100 % minus Verfügbarkeit). Bei Lösungszeiten in Servicezeiten zählst du nur die vereinbarten Stunden weiter, Nacht und Wochenende bleiben stehen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

22 Aufgaben zu „Serviceprozess, Tickets und SLA“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 6; ITIL 4 Practices; ISO/IEC 20000-1. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.