Lernfeld 6 · Prüfung Teil 2
Dokumentation und Wissensmanagement
Dokumentation im IT-Service: Ticket, Einsatzbericht, Abnahmeprotokoll, Netzplan, Notfallhandbuch, Wissensdatenbank, Known Errors und CMDB.
Darum geht es
Gute Dokumentation spart Zeit bei der nächsten Störung und macht die Arbeit nachweisbar. Jede Lösung kommt ins Ticket, damit Kollegen sie finden und Auswertungen möglich sind. Ein Einsatzbericht nennt Kunde, Datum, Arbeitszeiten, ausgeführte Arbeiten, eingesetztes Material und Ergebnis und wird vom Kunden gegengezeichnet. Mit dem Abnahmeprotokoll bestätigt der Kunde, dass die Leistung vertragsgemäß erbracht ist; danach beginnt die Gewährleistung.
Die Systemdokumentation eines Servers enthält Hardware, Betriebssystem und Version, Rollen und Dienste, Netzwerkkonfiguration, Datensicherung, Zugänge (ohne Passwörter im Klartext) und Änderungen. Der logische Netzplan zeigt Subnetze, VLANs, IP-Bereiche und Routen, der physische Plan Räume, Schränke, Kabelwege und Ports. Jede Änderung gehört in die Änderungsdokumentation mit Datum, Grund und altem und neuem Stand, damit man sie im Fehlerfall zurücknehmen kann. Das Notfallhandbuch muss auch dann erreichbar sein, wenn die IT ausfällt, also zum Beispiel gedruckt.
Wissensmanagement macht aus Einzelwissen Teamwissen. In der Wissensdatenbank stehen Anleitungen und Lösungen, in der Known-Error-Datenbank bekannte Fehler mit Ursache und Workaround. Häufige Anfragen löst man besser mit Anleitungen zur Selbsthilfe oder einem Self-Service-Portal. Die CMDB verwaltet Configuration Items wie Server, Switches oder Lizenzen und ihre Beziehungen. Personenbezogene Angaben, die nichts mit der Störung zu tun haben, gehören nicht ins Ticket.
Das solltest du dir merken
- Was nicht dokumentiert ist, gilt bei der nächsten Störung als unbekannt.
- Logischer Netzplan zeigt Adressen und VLANs, physischer Plan zeigt Räume, Kabel und Ports.
- Das Notfallhandbuch muss ohne funktionierende IT verfügbar sein.
- Die Known-Error-Datenbank enthält Fehler mit Ursache und Workaround.
- Passwörter gehören nicht im Klartext in die Dokumentation.
Typische Fehler in der Prüfung
- Das Notfallhandbuch nur auf dem Server abgelegt, der ausfallen kann.
- Logischen und physischen Netzplan verwechselt.
- Private Gründe des Anwenders ins Ticket geschrieben.
- Konfigurationsänderungen ohne alten Stand dokumentiert, sodass kein Rückweg möglich ist.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Ticket lebt von „neu“ über „in Bearbeitung“ und „gelöst“ bis „geschlossen“, und geschlossen wird erst nach Rückmeldung des Kunden. Dokumentierte Lösungen landen in der Known-Error-Datenbank, damit der nächste nicht von vorn anfängt.
- Häufen sich Tickets zum selben Thema, behebst du die Ursache statt jedes Ticket einzeln, zum Beispiel mit Self-Service oder Schulung. Das ist Problem-Management im Unterschied zum Incident.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Dokumentation und Wissensmanagement“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 6; ITIL 4 (Knowledge Management, Service Configuration Management); BSI-Standard 200-4. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.