Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Prüfen und Messen an IT-Betriebsmitteln
Prüfen ortsveränderlicher Geräte nach DIN EN 50699 (VDE 0702): Ablauf, Schutzleiter- und Isolationswiderstand, Ableitstrom, Grenzwerte und Protokoll.
Darum geht es
Elektrische Geräte im Betrieb müssen nach DGUV Vorschrift 3 und Betriebssicherheitsverordnung regelmäßig geprüft werden, damit Schäden auffallen, bevor jemand einen Stromschlag bekommt. Ortsveränderliche Geräte wie Monitore, Netzteile und Steckdosenleisten prüfst du wiederkehrend nach DIN EN 50699 (VDE 0702), nach einer Reparatur nach DIN EN 50678 (VDE 0701). Prüfen darf eine Elektrofachkraft; eine elektrotechnisch unterwiesene Person darf es mit geeignetem Prüfgerät unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft. Das Prüfintervall legt der Betrieb fest. Für Büros nennt die DGUV einen Richtwert, der bis zu zwei Jahre betragen kann, wenn die Fehlerquote unter 2 % liegt.
Die Reihenfolge schützt den Prüfer: zuerst Sichtprüfung, dann Messung des Schutzleiterwiderstands mit mindestens 200 mA Prüfstrom, dann Isolationswiderstand mit 500 V Gleichspannung, dann Schutzleiter- bzw. Berührungsstrom, zum Schluss Funktionsprüfung und Dokumentation. Geräte mit Elektronik, die die Isolationsmessung nicht vertragen, misst du ersatzweise über den Ableitstrom.
Wichtige Grenzwerte für die Wiederholungsprüfung sind ein Schutzleiterwiderstand von höchstens 0,3 Ω bei Leitungen bis 5 m (je weitere 7,5 m plus 0,1 Ω, höchstens 1 Ω), ein Isolationswiderstand von mindestens 1 MΩ bei Schutzklasse I und 2 MΩ bei Schutzklasse II, ein Schutzleiterstrom von höchstens 3,5 mA bei Schutzklasse I und ein Berührungsstrom von höchstens 0,5 mA. Ein Gerät, das nicht besteht, wird gekennzeichnet und aus dem Betrieb genommen. Das Protokoll nennt Gerät, Prüfer, Datum, Messwerte, Ergebnis und nächsten Termin; bestandene Geräte erhalten eine Prüfplakette.
Das solltest du dir merken
- Erst Sichtprüfung, dann Schutzleiter, dann Isolation, dann Ableitstrom, dann Funktion.
- Schutzleiterwiderstand höchstens 0,3 Ω bis 5 m Leitungslänge.
- Isolationswiderstand mindestens 1 MΩ bei Schutzklasse I, 2 MΩ bei Schutzklasse II.
- Schutzleiterstrom höchstens 3,5 mA, Berührungsstrom höchstens 0,5 mA.
- Wiederholungsprüfung nach VDE 0702, Prüfung nach Reparatur nach VDE 0701.
Formeln
- Schutzleiterwiderstand aus Messung
- gemessener Spannungsfall in V, Prüfstrom in A (mindestens 0,2 A)
- Fehlerquote
- beanstandete Geräte, alle geprüften Geräte
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Isolationswiderstand vor dem Schutzleiterwiderstand gemessen.
- Die Grenzwerte für Schutzklasse I und II vertauscht.
- Bei Geräten der Schutzklasse II einen Schutzleiterwiderstand messen wollen.
- Milliampere und Ampere bei der Berechnung des Schutzleiterwiderstands nicht umgerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Geräteprüfung in fester Reihenfolge: Besichtigen, Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiter- oder Berührungsstrom, Funktionsprüfung, Dokumentation. Erst die Messung, die ohne Netzspannung geht.
- Schutzleiterwiderstand: höchstens 0,3 Ω bis 5 m Leitung, je weitere 7,5 m kommen 0,1 Ω dazu, maximal 1 Ω. Aus Prüfstrom und Spannungsfall rechnest du R = U / I, Millivolt und Milliampere kürzen sich. Durchgefallene Geräte sofort aus dem Verkehr ziehen und kennzeichnen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Prüfen und Messen an IT-Betriebsmitteln“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 12; DIN EN 50699 (VDE 0702), DIN EN 50678 (VDE 0701), DGUV Vorschrift 3, BetrSichV. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.