Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Kundenprojekt planen, durchführen und abschließen
Kundenprojekte von der Anforderung bis zur Abnahme: SMART-Ziele, Aufwand, Risiken, Kostenhochrechnung, Änderungen, Datenschutz und Reflexion.
Darum geht es
Ein Kundenprojekt beginnt mit der Anforderungsanalyse. Daraus entstehen Ziele, die spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert sind, also SMART. Der Aufwand wird aus den einzelnen Arbeitspaketen in Stunden oder Personentagen geschätzt und mit Puffer eingeplant. Risiken bewertet man als Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schaden; das größte Risiko bekommt zuerst Gegenmaßnahmen. Leistungsverzeichnis und Angebot halten fest, was geschuldet ist. Wer bei Wartung oder Fernzugriff an personenbezogene Daten kommt, braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Während der Durchführung zeigt der Soll-Ist-Vergleich, ob Termin und Kosten halten. Der Fertigstellungswert ist der Anteil der erledigten Leistung am Budget; geteilt durch die Istkosten ergibt er die Kosteneffizienz, mit der sich die Gesamtkosten hochrechnen lassen. Eine Meilenstein-Trendanalyse macht Terminverschiebungen früh sichtbar. Änderungswünsche des Kunden werden schriftlich aufgenommen, bewertet und erst nach Beauftragung eines Nachtrags umgesetzt. Für Eingriffe in laufende Systeme gehört ein Rückfallplan mit festem Entscheidungszeitpunkt dazu.
Am Ende stehen Funktionstests, Einweisung, Dokumentation und Abnahme. Wegen unwesentlicher Mängel darf der Kunde die Abnahme beim Werkvertrag nicht verweigern; Restmängel kommen ins Protokoll. Setzt der Betrieb nach Fertigstellung eine angemessene Frist zur Abnahme und nennt der Kunde bis dahin keinen Mangel, gilt das Werk als abgenommen (bei Verbrauchern nur nach einem Hinweis in Textform). Danach wertet das Team das Projekt aus, auch mit der Rückmeldung des Kunden, und hält Lessons Learned fest. In der Abschlussprüfung Teil 2 beschreibt die Projektbeschreibung vorab Ausgangssituation, Ziel und Zeitplanung.
Das solltest du dir merken
- Ein Ziel ist erst SMART, wenn es messbar und terminiert ist.
- Risikowert gleich Wahrscheinlichkeit mal Schaden.
- Hochgerechnete Kosten gleich Budget mal Istkosten durch Fertigstellungswert.
- Änderungen erst nach schriftlicher Beauftragung umsetzen.
- Unwesentliche Mängel verhindern die Abnahme nicht, sie kommen ins Protokoll.
Formeln
- Risikowert
- Eintrittswahrscheinlichkeit, Schaden in €
- Fertigstellungswert
- Fertigstellungsgrad, geplante Gesamtkosten
- Hochrechnung der Gesamtkosten
- Istkosten zum Stichtag
Typische Fehler in der Prüfung
- Das seltenste Risiko für unwichtig gehalten, ohne den Schaden zu betrachten.
- Istkosten mit dem Fertigstellungswert gleichgesetzt.
- Zusatzwünsche ohne Nachtrag umgesetzt.
- Einen Rückfallplan ohne Zeit für den Rückbau geplant.
Tipps aus der Werkstatt
- Kostenhochrechnung ohne Fachchinesisch: Was hätte die erledigte Arbeit laut Plan gekostet? Das ist der Fertigstellungswert. Teile die Istkosten dadurch und multipliziere mit dem Budget. Beim Risiko zählt Wahrscheinlichkeit mal Schaden, nicht das Bauchgefühl. Und jeder Zusatzwunsch des Kunden braucht erst einen schriftlichen Nachtrag.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Kundenprojekt planen, durchführen und abschließen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Systemelektroniker/-in (KMK 2019), Lernfeld 12; Verordnung IT-System-Elektroniker/-in (Projektarbeit); BGB § 640; DSGVO Art. 28. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.