Lernfeld 15 · Prüfung Teil 2
Wartung von Trinkwasseranlagen
Wartung von Trinkwasseranlagen nach DIN EN 806-5: Filter, Druckminderer, Sicherheitsventil, Sicherungsarmaturen, Stagnation und Großanlagen.
Darum geht es
Eine Trinkwasseranlage bleibt nur hygienisch einwandfrei, wenn sie regelmäßig gewartet und bestimmungsgemäß betrieben wird. DIN EN 806-5 nennt die Intervalle. Rückspülbare Filter am Hausanschluss werden spätestens alle sechs Monate rückgespült, nicht rückspülbare Filtereinsätze regelmäßig getauscht. Das Sicherheitsventil des Trinkwassererwärmers lüftest du regelmäßig an, damit es nicht durch Kalk festsitzt. Druckminderer, Systemtrenner und Enthärtungsanlagen brauchen ebenfalls regelmäßige Inspektion und Wartung.
Sicherungsarmaturen schützen das Trinkwasser vor Rückfließen. Ein Rückflussverhinderer EA reicht nur für Flüssigkeiten der Kategorie 2, ein Systemtrenner BA sichert bis Kategorie 4 ab, etwa beim Befüllen einer Heizung. Stagnation fördert Keime. Deshalb soll das Wasser an jeder Entnahmestelle spätestens nach drei Tagen ausgetauscht werden; nach längeren Stillständen wird die Anlage vor der Nutzung gespült.
In Großanlagen zur Trinkwassererwärmung kontrollierst du die Temperaturen nach DVGW W 551, mindestens 60 °C am Speicheraustritt und 55 °C im Zirkulationsrücklauf. Liegt der Rücklauf darunter, sind oft Zirkulationsventile verstellt, die Pumpe zu schwach oder Leitungen schlecht gedämmt. Vermieter mit Großanlage und Duschen müssen nach der Trinkwasserverordnung regelmäßig auf Legionellen untersuchen lassen.
Das solltest du dir merken
- Rückspülbare Filter spätestens alle sechs Monate rückspülen.
- Sicherheitsventil regelmäßig anlüften, sonst setzt es sich fest.
- Systemtrenner BA bis Kategorie 4, Rückflussverhinderer EA nur bis Kategorie 2.
- Wasser, das länger als drei Tage steht, gilt als Stagnationswasser.
Formeln
- Leitungsinhalt
- Inhalt in m³ (mal 1000 ergibt l), Innendurchmesser in m, Länge in m
- Druckverlust durch Höhe
- Druckverlust in bar, Höhenunterschied in m; rund 0,1 bar je Meter Höhe
Typische Fehler in der Prüfung
- Rückflussverhinderer EA dort eingesetzt, wo ein Systemtrenner BA nötig ist.
- Die Höhe des Dachgeschosses beim Druck am Zapfpunkt vergessen.
- Ferienwohnung nach dem Winter ohne Spülen wieder genutzt.
- Bei Kupferrohr den Außendurchmesser statt den Innendurchmesser für den Leitungsinhalt genommen.
Tipps aus der Werkstatt
- Trinkwasserhygiene in einem Satz: warm heiß, kalt kalt, alles in Bewegung. Großanlage: Speicheraustritt mindestens 60 °C, Zirkulation höchstens 5 K tiefer (55 °C), Kaltwasser unter 25 °C. Legionellen vermehren sich zwischen 25 und 50 °C. Großanlage ab 400 l Speicher oder über 3 l Leitungsinhalt.
- Wartungsfristen sinngemäß: rückspülbarer Filter spätestens alle 6 Monate spülen (Hersteller oft alle 2 Monate), Filterelement alle 6 Monate wechseln, Sicherheitsventil halbjährlich anlüften, Systemtrenner BA jährlich prüfen, Legionellenuntersuchung bei vermieteten Großanlagen alle 3 Jahre, öffentlich jährlich.
- Leitungsinhalt: A in mm² mal Länge in m ergibt cm³, durch 1000 → Liter; 20 mm Innendurchmesser fassen 0,31 l je Meter. Fließdruck oben = Ruhedruck am Druckminderer − 0,1 bar je Meter Höhe − Leitungsdruckverlust. Nach Stagnation spülen bis zur Temperaturkonstanz.
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18 Aufgaben zu „Wartung von Trinkwasseranlagen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 15; DIN EN 806-5; DIN EN 1717; DVGW W 551; VDI/DVGW 6023. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.