Lernfeld 15 · Prüfung Teil 2
Wartungsprotokolle und Dokumentation
Wartungsprotokoll, Anlagenbuch, Übergabeprotokoll, Gewährleistung und Garantie sowie Kennzahlen wie Vollbenutzungsstunden kurz erklärt.
Darum geht es
Jede Wartung wird in einem Wartungsprotokoll festgehalten. Es enthält Kunde und Anlage, Datum, durchgeführte Arbeiten, Messwerte, getauschte Teile, festgestellte Mängel und die Unterschrift. Damit weist der Betrieb nach, dass er fachgerecht gearbeitet hat, der Kunde erfüllt seine Betreiberpflichten, und beim nächsten Einsatz sieht man, wie sich die Anlage entwickelt hat. Die Checkliste des Herstellers stellt sicher, dass kein Prüfschritt fehlt.
Findest du einen gefährlichen Mangel, etwa eine undichte Abgasleitung, musst du die Anlage außer Betrieb nehmen oder sichern, den Kunden informieren und das schriftlich festhalten. Bei der Übergabe einer instand gesetzten Anlage gehören Arbeiten, Messwerte, Einweisung und Hinweise zum Betrieb in das Übergabeprotokoll.
Die Gewährleistung ist gesetzlich geregelt (BGB). Bei Arbeiten an einem Bauwerk beträgt sie in der Regel fünf Jahre, sonst meist zwei Jahre. Eine Garantie ist dagegen ein freiwilliges Versprechen, etwa des Herstellers. Aus dem Anlagenbuch lassen sich Kennzahlen bilden, zum Beispiel Vollbenutzungsstunden (Jahreswärme durch Nennleistung) oder Brennerstarts je Betriebsstunde. Viele Starts je Stunde zeigen Takten an.
Das solltest du dir merken
- Ohne Protokoll keine Nachweise, weder für den Betrieb noch für den Kunden.
- Gefährliche Mängel sofort sichern und schriftlich festhalten.
- Gewährleistung ist Gesetz, Garantie ist freiwillig.
- Vollbenutzungsstunden zeigen, wie gut ein Kessel zur Heizlast passt.
Formeln
- Vollbenutzungsstunden
- in h, erzeugte Jahreswärme in kWh, Nennwärmeleistung in kW
- Brennerstarts je Betriebsstunde
- Zahl der Brennerstarts, Betriebsstunden im selben Zeitraum in h
- Spezifischer Verbrauch je Gradtag
- in kWh/Kd, Verbrauch in kWh, Gradtagzahl in Kd
Typische Fehler in der Prüfung
- Gewährleistung und Garantie gleichgesetzt.
- Gefährlichen Mangel nur mündlich erwähnt und nicht dokumentiert.
- Zählerstände nicht als Differenz zwischen zwei Wartungen ausgewertet.
- Bei den Vollbenutzungsstunden Leistung und Wärmemenge vertauscht.
Tipps aus der Werkstatt
- Wartungsprotokoll = Checkliste des Herstellers plus Messwerte vor und nach der Reinigung, getauschte Teile, Mängel, Empfehlungen, Unterschrift des Kunden. Sicherheitsmängel wie undichte Abgasleitungen nie „auf später“: Anlage außer Betrieb, schriftlich dokumentieren, Kunde unterschreibt.
- Gewährleistung ist Gesetz, Garantie freiwillig vom Hersteller und oft an Wartungen gebunden. Fristen sinngemäß: BGB Bauwerk 5 Jahre, sonstige Werkleistung und Kauf 2 Jahre; VOB/B Bauleistung 4 Jahre, wartungsbedürftige Anlagenteile ohne Wartungsvertrag 2. Beginn mit der Abnahme.
- Kennzahlen aus dem Anlagenbuch: Starts je Betriebsstunde = Starts / Stunden, über 3 bis 4 ist Takten. Vollbenutzungsstunden = Jahreswärme / Nennleistung, Wohnhaus normal 1600 bis 2100 h, weit darunter heißt überdimensioniert. Witterungsbereinigung: Q · G_Norm / G_Jahr.
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20 Aufgaben zu „Wartungsprotokolle und Dokumentation“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 15; DIN 31051; BGB § 634a. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.