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Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2

Projektmanagement und Terminplanung

Projektmanagement im Werkzeugbau: Phasen, Projektstrukturplan, Netzplan mit kritischem Weg und Puffer, Meilensteine und PDM-Daten.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Werkzeug ist ein Einzelstück mit festem Liefertermin, an dem Konstruktion, Fräsen, Erodieren, Härterei, Schleifen und Montage nacheinander und nebeneinander arbeiten. Deshalb wird es als Projekt geplant: Auftrag klären, konstruieren und Fertigung planen, fertigen und wärmebehandeln, montieren und einarbeiten, bemustern, abschließen. Der Projektstrukturplan zerlegt das Werkzeug in Arbeitspakete, der Balkenplan (Gantt) zeigt sie auf der Zeitachse, Meilensteine wie Konstruktionsfreigabe, erste Abmusterung und Erstmusterfreigabe sind Prüfpunkte ohne Dauer.

Der Netzplan zeigt die Abhängigkeiten. Aus der Vorwärtsrechnung ergeben sich frühester Anfang (FAZ) und frühestes Ende (FEZ), aus der Rückwärtsrechnung spätester Anfang (SAZ) und spätestes Ende (SEZ). Der Gesamtpuffer ist SAZ minus FAZ. Vorgänge mit Gesamtpuffer null bilden den kritischen Weg, den längsten Weg durch das Projekt; jede Verzögerung dort verschiebt den Endtermin. Im Werkzeugbau liegen oft Formeinsätze, Härten und Erodieren darauf. Die Kapazitätsplanung prüft, ob Maschinen und Mitarbeiter in der geplanten Zeit frei sind.

Alle Beteiligten müssen mit demselben, freigegebenen Datenstand arbeiten. Dafür sorgt ein Produktdatenmanagement-System (PDM), das Modelle, Zeichnungen und Stücklisten mit Version und Status verwaltet. Arbeitstechniken wie Brainstorming, Mindmap oder morphologischer Kasten helfen, Lösungen im Team zu finden. Das magische Dreieck aus Qualität, Kosten und Termin erinnert daran, dass ein Ziel selten ohne Folgen für die anderen verändert werden kann.

Das solltest du dir merken

  • Der kritische Weg ist der längste Weg durch den Netzplan, seine Vorgänge haben keinen Puffer.
  • Gesamtpuffer = SAZ − FAZ; ein Vorgang darf sich um seinen Puffer verschieben, ohne den Endtermin zu gefährden.
  • Ein Vorgang beginnt erst, wenn alle Vorgänger fertig sind; maßgeblich ist das späteste FEZ.
  • Meilensteine haben keine Dauer, sie sind prüfbare Zwischenergebnisse.
  • Gefertigt wird nur nach freigegebenem Datenstand im PDM-System.

Formeln

Frühestes Ende
frühestes Ende, frühester Anfang, Dauer des Vorgangs, alles in Arbeitstagen
Gesamtpuffer
Gesamtpuffer, spätester Anfang, frühester Anfang in Arbeitstagen
Dauer aus Stundenbedarf
Dauer in Arbeitstagen, Stundenbedarf, Zahl der Maschinen oder Mitarbeiter, Stunden je Tag

Typische Fehler in der Prüfung

  • Bei mehreren Vorgängern das kleinste statt des größten FEZ als Anfang des Nachfolgers genommen.
  • Den kürzesten statt des längsten Wegs als kritischen Weg angegeben.
  • Puffer abseits des kritischen Wegs als frei verfügbar betrachtet, obwohl Nachfolger ihn mitnutzen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Im Netzplan beginnt ein Vorgang erst nach dem spätesten FEZ aller Vorgänger. Kritischer Weg = längster Weg, Puffer null. Gesamtpuffer = SAZ − FAZ. Härten und Erodieren liegen im Werkzeugbau oft auf dem kritischen Weg.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Projektmanagement und Terminplanung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Werkzeugmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 13 (Planen und Fertigen technischer Systeme des Werkzeugbaus). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.