Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Kalkulation, Fremdleistungen und Qualitätsmanagement
Werkzeuge kalkulieren und Qualität sichern: Herstellkosten, Fremdleistungen, Werkzeuganteil je Teil, Erstbemusterung nach VDA Band 2 und FMEA.
Darum geht es
Die Kalkulation eines Werkzeugs setzt sich aus Material (Werkzeugstahl, Normalien), Fertigungsstunden mal Maschinen- oder Lohnstundensatz für Fräsen, Erodieren, Schleifen und Montage sowie Fremdleistungen wie Härten, Beschichten oder Narben zusammen. Fremdleistungen, die genau einem Auftrag zuzuordnen sind, werden als Einzelkosten direkt dem Werkzeug zugerechnet, je nach Betrieb als Sondereinzelkosten der Fertigung. Auf die Selbstkosten kommen Wagnis und Gewinn, gegebenenfalls Rabatt und Skonto. Die Nachkalkulation vergleicht Plan und Ist und verbessert künftige Angebote.
Für den Kunden zählt der Werkzeuganteil je Teil: Werkzeugpreis geteilt durch die Stückzahl, über die das Werkzeug umgelegt wird. Ein teureres Mehrfachwerkzeug kann sich lohnen, weil es je Zyklus mehrere Teile liefert und die Maschinenkosten je Teil stark sinken. Bei kleinen Stückzahlen ist dagegen oft das einfache Werkzeug günstiger.
Qualität sichert man in jeder Stufe: Wareneingangsprüfung, Härteprüfung nach der Wärmebehandlung, Koordinatenmessung der Einsätze und am Ende die Erstbemusterung. Erstmuster entstehen unter Serienbedingungen und werden vollständig nach Zeichnung gemessen; der Erstmusterprüfbericht nach VDA Band 2 dokumentiert Soll- und Istwerte. Die FMEA bewertet mögliche Fehler schon in der Planung nach Bedeutung, Auftreten und Entdeckung. Ein QM-System nach DIN EN ISO 9001 regelt Prozesse, Verantwortung, Dokumente und ständige Verbesserung.
Das solltest du dir merken
- Herstellkosten = Material + Fertigungsstunden · Stundensatz + Fremdleistungen.
- Werkzeuganteil je Teil = Werkzeugpreis / Stückzahl der Umlage.
- Erstmuster nur unter Serienbedingungen fertigen und alle Zeichnungsmerkmale messen.
- Die FMEA bewertet Bedeutung, Auftreten und Entdeckung, bevor der Fehler entsteht.
- Ein ISO-9001-Zertifikat bescheinigt ein wirksames QM-System, nicht fehlerfreie Produkte.
Formeln
- Herstellkosten eines Werkzeugs
- Material und Normalien, Stunden je Kostenstelle, Stundensatz in €/h, Fremdleistungen in €
- Werkzeuganteil je Teil
- Werkzeuganteil je Teil in €, Werkzeugpreis in €, Stückzahl der Umlage
- Angebotspreis netto
- Nettoangebotspreis, Selbstkosten in €, Wagniszuschlag, Gewinnzuschlag als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Fremdleistungen über Gemeinkosten verrechnet statt direkt dem Werkzeug zugeordnet.
- Werkzeuganteil in Euro statt in Cent angegeben oder falsch umgerechnet.
- Erstmuster auf einer Versuchsmaschine mit anderem Werkstoff gefertigt; sie sagen dann nichts über die Serie.
Tipps aus der Werkstatt
- Härten, Beschichten und Lohnerodieren sind Fremdleistungen und gehen direkt ins Werkzeug. Werkzeuganteil je Teil = Preis durch Stückzahl, auf Cent achten. Erstmuster nur unter Serienbedingungen und mit allen Zeichnungsmerkmalen im Prüfbericht.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Kalkulation, Fremdleistungen und Qualitätsmanagement“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Werkzeugmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 13 (Planen und Fertigen technischer Systeme des Werkzeugbaus); VDA Band 2; DIN EN ISO 9001. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.