Lernfeld 8 · Prüfung Teil 2
Gefahren hoher Drücke, Speicher und Hydrauliköle
Sicher an der Hydraulik arbeiten: Öleinspritzverletzung, Schlauchleitungen nach DGUV Regel 113-020, Hydrospeicher, angehobene Lasten, Ölsorten und Altöl.
Darum geht es
Hydraulikanlagen von Land- und Baumaschinen arbeiten mit 200 bar und mehr. Ein feiner Ölstrahl aus einem Haarriss durchdringt die Haut; eine solche Einspritzverletzung muss sofort chirurgisch versorgt werden, auch wenn außen nur ein Punkt zu sehen ist. Leckagen sucht man darum mit Pappe oder Holz und Schutzbrille, nie mit der Hand. Vor dem Öffnen wird die Last abgelegt oder mechanisch abgestützt, der Motor abgestellt, der Restdruck durch Betätigen der Steuergeräte abgebaut und ein vorhandener Hydrospeicher nach Herstellervorgabe entladen. Unter angehobenen Schneidwerken, Schwingen oder Kippmulden arbeitet man nur mit mechanischer Sicherung, nie im Vertrauen auf die Hydraulik.
Hydrospeicher sind auf der Gasseite mit Stickstoff vorgefüllt, nie mit Sauerstoff oder Druckluft. Sie speichern Öl unter Druck, dämpfen Stöße und federn Achsen oder Kabinen; nach dem Abstellen können sie Öl ausstoßen. Hydraulikschlauchleitungen tragen Hersteller, Herstelldatum und höchsten Betriebsdruck. Die DGUV Regel 113-020 empfiehlt als Richtwert eine Verwendungsdauer von höchstens sechs Jahren einschließlich höchstens zwei Jahren Lagerung; sie werden vor der ersten Inbetriebnahme und danach regelmäßig von einer befähigten Person geprüft. Ersatz nur mit gleicher Spezifikation, ohne Verdrehen und scheuerfrei verlegt.
HLP ist Mineralöl mit Wirkstoffen, HVLP hat zusätzlich ein flacheres Viskositäts-Temperatur-Verhalten, HEES ist ein schnell biologisch abbaubares Esteröl für Forst und Gewässernähe, Universal-Traktoröl versorgt Getriebe und Hydraulik gemeinsam. Bei der Umstellung auf Esteröl wird das alte Öl möglichst vollständig entfernt. Die Ölreinheit gibt ISO 4406 mit drei Kennzahlen für Partikel über 4, 6 und 14 µm an, jede Stufe mehr heißt etwa doppelt so viele Partikel. Altöl wird nach der Altölverordnung getrennt gesammelt, nicht vermischt und über zugelassene Entsorger abgegeben.
Das solltest du dir merken
- Leckage mit Pappe suchen, bei Einspritzverletzung sofort zum Arzt.
- Vor dem Öffnen Last sichern, Motor aus, Druck abbauen, Speicher entladen.
- Hydrospeicher nur mit Stickstoff füllen.
- Schlauchleitungen kennzeichnen, prüfen lassen und nach der Verwendungsdauer tauschen.
- Altöl nie mit Reiniger, Wasser oder anderen Ölen mischen.
Formeln
- Gasvolumen im Speicher (isotherm)
- Absolutdrücke, Gasvolumen beim Vorfülldruck; aufgenommenes Öl
Typische Fehler in der Prüfung
- Eine kleine Einspritzwunde für harmlos gehalten.
- Unter einer nur hydraulisch gehaltenen Last gearbeitet.
- Beim Speicher mit Überdruck statt Absolutdruck gerechnet.
- Esteröl auf eine nur teilweise entleerte Mineralölanlage aufgefüllt.
Tipps aus der Werkstatt
- Leckage mit Pappe suchen, nie mit der Hand; jede Öleinspritzung sofort zum Arzt. Vor dem Öffnen Last mechanisch sichern, Motor aus, Druck abbauen, Speicher entladen. Speicher nur mit Stickstoff. Schlauchleitungen als Richtwert höchstens sechs Jahre einschließlich zwei Jahren Lagerung.
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12 Aufgaben zu „Gefahren hoher Drücke, Speicher und Hydrauliköle“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 8 (Prüfen und Instandsetzen von hydraulischen Steuerungs- und Regelungssystemen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.