Zum Inhalt springen
myLernwerk

Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1

Schwenk-, Gesenk- und Walzbiegen, Blechversteifungen

Bleche biegen: Schwenkbiegen, freies Biegen und Prägebiegen auf der Abkantpresse, Walzbiegen, Rückfederung, Mindestbiegeradius und Blechversteifungen.

12 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Auf der Schwenkbiegemaschine wird das Blech zwischen Ober- und Unterwange geklemmt, eine Biegewange klappt das freie Ende hoch. Das eignet sich für große, empfindliche Teile wie Verkleidungen. Auf der Abkantpresse drückt ein Stempel das Blech in ein Gesenk. Beim freien Biegen bestimmt die Eintauchtiefe den Winkel und die Gesenkweite den Innenradius; als Faustwerte aus der Praxis gelten eine Gesenkweite von etwa acht Blechdicken und ein Innenradius von etwa einem Sechstel der Gesenkweite. Verbindlich sind die Werkzeug- und Biegetabellen der Presse. Beim Prägebiegen wird das Blech bis zum Anliegen gepresst, das kostet ein Vielfaches an Kraft, federt aber kaum zurück. CNC-Abkantpressen mit Hinteranschlag und Bombierung fertigen auch lange Kantungen winkelgenau.

Jedes gebogene Blech federt nach dem Entlasten um seinen elastischen Anteil zurück; man biegt deshalb über. Wie klein der Radius sein darf, hängt vom Werkstoff und seinem Zustand, von der Blechdicke und von der Walzrichtung ab. Quer zur Walzrichtung sind kleinere Radien möglich; harte Aluminiumzustände und höherfeste Stähle brauchen größere Radien. Wird der Mindestradius unterschritten, reißt die gedehnte Außenseite. Runde Teile wie Rohrschüsse entstehen auf Drei- oder Vierwalzen-Biegemaschinen; die Enden werden vorher angebogen.

Große ebene Blechfelder sind wenig steif und beulen. Sicken, Kantungen, Bördel, Kreuzbrüche oder aufgesetzte Steifen bringen Werkstoff aus der Ebene heraus und machen das Feld steif, ohne dass ein dickeres Blech nötig ist. Für Biegeteile gehört die Biegefolge zur Planung, damit sich das Teil bei jeder Kantung noch anlegen lässt.

Das solltest du dir merken

  • Biegelinie möglichst quer zur Walzrichtung legen.
  • Rückfederung durch Überbiegen ausgleichen; größere Gesenkweite heißt mehr Rückfederung.
  • Beim freien Biegen bestimmt die Gesenkweite den Innenradius.
  • Beim Walzbiegen die Enden vorher anbiegen, sonst bleiben gerade Stücke.
  • Sicken, Kantungen und Kreuzbrüche versteifen Bleche ohne Mehrgewicht.

Formeln

Faustwert Gesenkweite
Gesenkweite in mm, Blechdicke in mm (für Baustahl im mittleren Dickenbereich)
Faustwert Innenradius beim freien Biegen
Innenradius in mm, Gesenkweite in mm

Typische Fehler in der Prüfung

  • Mit dem Stempelradius statt mit dem tatsächlich entstehenden Radius gerechnet.
  • Biegelinie parallel zur Walzrichtung gelegt und die Außenseite gerissen.
  • Presskraft aus der Tabelle für Baustahl auf Edelstahl übertragen, ohne die höhere Zugfestigkeit einzurechnen.
  • Biegefolge nicht geplant; das Teil lässt sich bei der letzten Kantung nicht mehr anlegen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Faustregeln an der Abkantpresse: Gesenkweite etwa acht Blechdicken, Innenradius beim freien Biegen etwa ein Sechstel der Gesenkweite; genaue Werte stehen in der Werkzeugtabelle. Biegelinie quer zur Walzrichtung legen und Rückfederung durch Überbiegen ausgleichen; ein breiteres Gesenk federt stärker zurück.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

12 Aufgaben zu „Schwenk-, Gesenk- und Walzbiegen, Blechversteifungen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 5 (Herstellen von Baugruppen aus Blechen); DIN 6935. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.