Zum Inhalt springen
myLernwerk

Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1

Zeichnungen, Abwicklungen und gestreckte Länge

Blechteile zeichnen und abwickeln: Teil- und Gesamtzeichnung, Abwicklungsverfahren, gestreckte Länge mit Ausgleichswert nach DIN 6935 und Zuschnitt.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Blechteil entsteht aus einem ebenen Zuschnitt. Die Teilzeichnung beschreibt das fertige Teil mit Werkstoff, Blechdicke, Biegewinkeln, Innenradien und Toleranzen; die Gesamtzeichnung zeigt, wie die Teile einer Baugruppe zusammengehören, und verweist über Positionsnummern auf die Stückliste. Heute entstehen beide meist im CAD-System, das aus dem Blechmodell auch die Abwicklung mit Biegelinien ableitet und an das CAM-System der Schneidanlage übergibt.

Für die Abwicklung von Mantelflächen gibt es drei Grundverfahren. Beim Parallelstreifenverfahren für Zylinder und Prismen trägt man die wahren Längen paralleler Mantellinien nebeneinander auf. Beim Radialverfahren für gerade Kegel und Pyramiden liegen die Mantellinien strahlenförmig um die Spitze. Übergangsstücke, etwa von rund auf eckig, zerlegt man im Dreiecksverfahren in Dreiecke mit wahren Seitenlängen. Gewölbte Flächen wie Kugeln sind nicht abwickelbar und werden aus Segmenten oder durch Umformen hergestellt.

Beim Biegen wird die Außenseite gedehnt und die Innenseite gestaucht; die neutrale Faser behält ihre Länge. Bei großen Radien liegt sie in der Blechmitte, bei kleinen Radien näher an der Innenseite. DIN 6935 erfasst das mit dem Korrekturfaktor und dem Ausgleichswert : Sind die Schenkel außen bemaßt, ist negativ, und die gestreckte Länge ist kleiner als die Summe der Außenmaße. Für Rohrschüsse rechnet man den Umfang mit dem mittleren Durchmesser. Die Anordnung der Zuschnitte auf der Tafel entscheidet über Verschnitt und Kosten.

Das solltest du dir merken

  • Die neutrale Faser ändert beim Biegen ihre Länge nicht; mit ihr rechnet man die gestreckte Länge.
  • Bei kleinem Verhältnis r/s liegt die neutrale Faser näher an der Innenseite, ab r/s = 5 in der Mitte.
  • Außen bemaßte Schenkel ergeben bei 90° einen negativen Ausgleichswert.
  • Zylinder parallel, Kegel radial, Übergangsstücke mit Dreiecken abwickeln.
  • Für den Zuschnitt eines Rohrschusses gilt der mittlere Durchmesser, nicht der Außendurchmesser.

Formeln

Korrekturfaktor nach DIN 6935
Lage der neutralen Faser (höchstens 1), Innenradius in mm, Blechdicke in mm
Ausgleichswert für 90°
Ausgleichswert in mm (bei Außenmaßen negativ), Innenradius, Blechdicke, Korrekturfaktor
Gestreckte Länge bei Außenmaßen
gestreckte Länge in mm, , Außenmaße der Schenkel in mm, Ausgleichswert in mm
Zuschnitt eines Rohrschusses
Zuschnittlänge in mm, Außendurchmesser in mm, Blechdicke in mm

Typische Fehler in der Prüfung

  • Außenmaße einfach addiert und den Ausgleichswert vergessen; das Teil wird um mehrere Millimeter zu lang.
  • Den Ausgleichswert mit positivem Vorzeichen addiert, obwohl die Schenkel außen bemaßt sind.
  • Den Rohrschuss mit dem Außendurchmesser abgewickelt; der Schuss wird zu groß.
  • Bei mehreren Kantungen an der Ecke keinen Freischnitt vorgesehen; das Blech staucht sich und reißt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Außen bemaßte Kantteile: gestreckte Länge ist kleiner als die Summe der Außenmaße, der Ausgleichswert v nach DIN 6935 ist dann (bei 90°) negativ. Häufigster Prüfungsfehler: v positiv addiert. Rohrschüsse immer mit dem mittleren Durchmesser abwickeln, also Außendurchmesser minus Blechdicke.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Zeichnungen, Abwicklungen und gestreckte Länge“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 5 (Herstellen von Baugruppen aus Blechen); DIN 6935. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.