Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1
Falzen, Nieten, Schrauben und Punktschweißen
Bleche fügen: Falzen, Blind- und Stanznieten, Clinchen, Einnietmuttern, Punkt- und Rollennahtschweißen sowie Kontaktkorrosion und Hilfsstoffe.
Darum geht es
Für Bleche gibt es viele Fügeverfahren, die ohne oder mit wenig Wärme auskommen. Beim Falzen werden die Blechränder umgebogen, ineinander gehakt und zusammengedrückt; Falze halten form- und kraftschlüssig und schonen Beschichtungen. Blindniete werden von einer Seite gesetzt: Die Nietzange zieht den Dorn, der den Schließkopf formt und an der Sollbruchstelle abreißt. Stanzniete und das Durchsetzfügen (Clinchen) brauchen kein Vorloch und verbinden auch Stahl mit Aluminium. Gewinde in dünnen Blechen schafft man mit Einnietmuttern, Einpressmuttern oder Durchzügen, weil ein geschnittenes Gewinde zu wenige Gänge hätte.
Beim Widerstandspunktschweißen (Prozess 21 nach DIN EN ISO 4063) pressen zwei Kupferelektroden die Bleche zusammen, der Strom erzeugt am Übergangswiderstand die Schweißlinse. Ihre Größe bestimmen Schweißstrom, Stromzeit und Elektrodenkraft. Abgenutzte, breitgedrückte Elektrodenkappen senken die Stromdichte, die Punkte werden zu klein. Beim Rollennahtschweißen (Prozess 22) laufen rollenförmige Elektroden und erzeugen eine dichte Naht aus überlappenden Punkten.
Verbindet man verschiedene Metalle, droht bei Feuchtigkeit Kontaktkorrosion; das Verbindungselement sollte aus gleichem oder edlerem Werkstoff sein, und das unedlere Teil sollte die größere Fläche haben. Hilfsstoffe wie leitfähige Schweißpunktgrundierung, Dichtmassen und Klebstoffe schützen Fugen, in die später kein Lack kommt. Bei der Festlegung zählen Festigkeit, Zugänglichkeit, Dichtheit, Lösbarkeit und Kosten.
Das solltest du dir merken
- Blindniete und Einnietmuttern brauchen nur Zugang von einer Seite.
- Punktschweißen und Clinchen brauchen Zugang von beiden Seiten.
- Schweißlinse hängt von Strom, Zeit und Elektrodenkraft ab.
- Verbindungselement aus gleichem oder edlerem Werkstoff wählen, sonst Kontaktkorrosion.
- Bei Nietzahlen und Punktzahlen immer aufrunden bzw. einen Punkt mehr als Teilungen zählen.
Formeln
- Anzahl der Niete
- Nietzahl (aufrunden), geforderte Sicherheit, zu übertragende Kraft in kN, Scherkraft je Niet in kN
- Wärme beim Widerstandsschweißen
- Wärme in J, Schweißstrom in A, Übergangswiderstand in Ω, Stromzeit in s
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Nietzahl abgerundet; die geforderte Sicherheit wird unterschritten.
- Bei einer Punktreihe die Zahl der Teilungen als Punktzahl genommen.
- Kupfer- oder Stahlniete in Aluminiumblechen im Freien verwendet.
- Gewinde direkt in 1 mm Blech geschnitten; es reißt beim Anziehen aus.
Tipps aus der Werkstatt
- Nietzahlen immer aufrunden, sonst fehlt Sicherheit. Bei Punktreihen gibt es einen Punkt mehr als Teilungen. Punktschweißen und Clinchen brauchen Zugang von beiden Seiten, Blindniete und Einnietmuttern nur von einer. In Aluminium Niethülsen aus Aluminium wählen, nie aus Kupfer, Messing oder Stahl.
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13 Aufgaben zu „Falzen, Nieten, Schrauben und Punktschweißen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 5 (Herstellen von Baugruppen aus Blechen); DIN EN ISO 4063. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.