Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Herstellkosten und Kalkulation
Herstellkosten im Stahl- und Metallbau: Massenermittlung, Materialkosten, Schweißzeit, Verzinken als Sondereinzelkosten, Werkstoffwahl.
Darum geht es
Im Stahlbau beginnt jede Kalkulation mit der Massenermittlung. Aus der Stückliste wird für jede Position die Länge mit der Metermasse des Profils und der Stückzahl multipliziert; Bleche rechnet man über die Fläche mit 7,85 kg je m² und mm Dicke. Stahlhandel, Verzinkerei und Transport rechnen nach Kilogramm ab. Kalkuliert wird mit dem Einsatzgewicht einschließlich Verschnitt, nicht mit der Masse des fertigen Bauteils.
Die Herstellkosten setzen sich aus Materialkosten und Fertigungskosten zusammen. Materialkosten sind Materialeinzelkosten plus Materialgemeinkosten, Fertigungskosten sind Fertigungslöhne plus Fertigungsgemeinkosten. Fremdleistungen, die einem Auftrag direkt zugeordnet werden, etwa Feuerverzinken, Beschichten, eine auftragsbezogene Statik oder eine externe Ultraschallprüfung, kommen als Sondereinzelkosten der Fertigung ohne Gemeinkostenzuschlag hinzu. Erst auf die Herstellkosten folgen Verwaltungs- und Vertriebskosten, Gewinn und Angebotspreis.
Der Konstrukteur und die Werkstatt beeinflussen die Kosten stark: Jede Kehlnaht kostet Zeit, und das Schweißgut wächst mit dem Quadrat des a-Maßes. In der Werkstatt geschweißte und auf der Baustelle geschraubte Konstruktionen sparen teure Montagestunden. Ein höherfester Stahl wie S355 kann trotz höheren Kilopreises günstiger sein, wenn die Tragfähigkeit maßgebend ist; bei Durchbiegung bringt er nichts, weil der Elastizitätsmodul gleich bleibt.
Das solltest du dir merken
- Massenermittlung zuerst, denn fast alle Kosten im Stahlbau hängen am Gewicht.
- Flachstahl und Blech selbst rechnen; Walzprofile und Rohre aus der Profiltabelle.
- Verzinken und andere auftragsbezogene Fremdleistungen sind Sondereinzelkosten der Fertigung.
- Werkstattstunden sind günstiger als Baustellenstunden.
- Höhere Festigkeit spart nur dort Material, wo nicht die Steifigkeit entscheidet.
Formeln
- Metermasse von Flachstahl
- Breite und Dicke in dm, je 1 m bzw. 10 dm Länge, für Stahl
- Herstellkosten
- Materialeinzelkosten, Fertigungslöhne, und Gemeinkostenzuschläge, Sondereinzelkosten der Fertigung
Typische Fehler in der Prüfung
- Auf die Kosten der Verzinkerei zusätzlich Gemeinkosten aufgeschlagen.
- Mit der Fertigmasse statt mit dem Einsatzgewicht gerechnet und den Verschnitt vergessen.
- Millimeter und Dezimeter bei der Massenberechnung vermischt.
- Verwaltungs- und Vertriebskosten schon in die Herstellkosten eingerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Im Stahlbau zuerst die Masse: Flachstahl b mal t in dm mal 10 dm mal 7,85 ergibt kg je m, 10 mm Blech wiegt 78,5 kg/m². Verzinken für den Auftrag ist Sondereinzelkosten der Fertigung und bekommt keinen Gemeinkostenzuschlag.
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14 Aufgaben zu „Herstellkosten und Kalkulation“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 13 (Herstellen von Produkten der Konstruktionstechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.