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Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2

Auftragsanalyse und Produktbeschreibung

Aufträge im Stahl- und Metallbau analysieren: Unterlagen, Aufmaß, Ausführungsklasse nach DIN EN 1090, Treppenmaße und Geländer.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Auftrag im Stahl- und Metallbau beginnt mit dem Lesen der Vorgaben: Leistungsverzeichnis, Pläne des Architekten, statische Berechnung und Kundenwünsche. Daraus entsteht eine Produktbeschreibung, die festhält, was geliefert wird, etwa eine Außentreppe mit Podest, eine Lagerbühne oder ein Behälter. Der Auftraggeber beschreibt im Lastenheft, was er braucht, der Hersteller im Pflichtenheft, wie er es umsetzt. Offene Punkte werden vor der Fertigung schriftlich geklärt.

Für tragende Bauteile legt der Tragwerksplaner die Ausführungsklasse EXC1 bis EXC4 nach DIN EN 1090-2 fest. Sie bestimmt Schweißaufsicht, Prüfumfang, Bewertungsgruppe der Nähte und Rückverfolgbarkeit. Wer tragende Bauteile mit CE-Kennzeichnung liefert, braucht eine zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle nach DIN EN 1090-1. Ebenso gehören Stahlsorte, Korrosionsschutz mit Korrosivitätskategorie nach DIN EN ISO 12944 und Brandschutzanforderungen in die Auftragsklärung.

Weil der Rohbau von den Planmaßen abweicht, wird vor Ort aufgemessen. Bei Treppen ergibt sich die Steigungshöhe aus der Geschosshöhe geteilt durch die Zahl der Steigungen, der Auftritt aus der Schrittmaßregel. Geländer an Arbeitsstätten haben nach ASR A2.1 mindestens 1,00 m Höhe, bei mehr als 12 m Absturzhöhe 1,10 m, mit Handlauf, Knieleiste und Fußleiste. Erst wenn die Werkstattzeichnungen vom Kunden freigegeben sind, wird Material bestellt.

Das solltest du dir merken

  • Die Ausführungsklasse legt der Tragwerksplaner fest, nicht der Betrieb und nicht der Schweißer.
  • Vor der Werkstattzeichnung steht das Aufmaß vor Ort, vor dem Zuschnitt die Freigabe.
  • Treppen rechnet man mit der Zahl der Steigungen, nicht der Stufen.
  • Schrittmaßregel: zweimal Steigung plus Auftritt ergibt etwa 63 cm, DIN 18065 nennt dafür 59 bis 65 cm.
  • Mündliche Änderungen schriftlich bestätigen lassen, sonst sind sie bei der Abnahme nicht belegbar.

Formeln

Steigungshöhe
Steigungshöhe, Höhe von Fertigfußboden zu Fertigfußboden, Zahl der Steigungen
Schrittmaßregel
Steigungshöhe in cm, Auftrittsbreite in cm; zulässiger Bereich etwa 59 bis 65 cm

Typische Fehler in der Prüfung

  • Durch die Zahl der Stufen statt der Steigungen geteilt; die Treppe passt dann um eine Steigung nicht.
  • Ohne Aufmaß nach Planmaßen gefertigt; das verzinkte Geländer muss auf der Baustelle angepasst werden.
  • Ausführungsklasse nicht erfragt und dadurch Schweißaufsicht oder Prüfungen vergessen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Treppe rechnen: Geschosshöhe durch die Zahl der Steigungen, nicht der Stufen. Dann 2 · s + a = 63 cm für den Auftritt. Die Ausführungsklasse legt der Tragwerksplaner fest; fehlt sie in den Unterlagen, wird nachgefragt, bevor eine Naht gezogen wird.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Auftragsanalyse und Produktbeschreibung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 13 (Herstellen von Produkten der Konstruktionstechnik); DIN EN 1090, DIN 18065, ASR A2.1. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.