Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Fahrerassistenzsysteme und Kalibrierung
Fahrerassistenzsysteme: Radar, Kamera und Ultraschall, Automatisierungsstufen und die statische und dynamische Kalibrierung nach Reparaturen.
Darum geht es
Fahrerassistenzsysteme unterstützen beim Abstandhalten, Spurhalten, Bremsen und Einparken. Sie nutzen Radar im Bereich um 77 GHz für Abstand und Relativgeschwindigkeit, Kameras hinter der Windschutzscheibe für Markierungen, Verkehrszeichen und Personen, Ultraschall für den Nahbereich und teilweise Lidar. Oft werden mehrere Sensoren verknüpft. Nach SAE J3016 gibt es die Stufen 0 bis 5; die meisten heutigen Systeme gehören zu Stufe 2, der Fahrer muss dauernd überwachen.
Die Sensoren müssen genau auf die geometrische Fahrachse ausgerichtet sein. Nach Scheibentausch, Arbeiten an Stoßfänger oder Sensorhalter, Sensortausch, Achsvermessung mit Spurkorrektur oder Fahrwerksänderung verlangen die Hersteller eine Kalibrierung. Statisch steht das Fahrzeug auf ebener Fläche vor einer ausgerichteten Tafel oder einem Reflektor; Reifendruck, Beladung, Beleuchtung und Bordnetzspannung müssen stimmen. Dynamisch lernt der Sensor während einer Fahrt unter festgelegten Bedingungen.
Eine falsch kalibrierte Kamera sieht Markierungen versetzt und kann das Auto zum Rand lenken, ein verstelltes Radar ordnet Fahrzeuge der falschen Spur zu. Nach der Kalibrierung werden Fehlerspeicher und Funktion bei einer Probefahrt geprüft und ein Kalibrierprotokoll erstellt. Der Kunde sollte vorher wissen, dass die Kalibrierung zum Auftrag gehört.
Das solltest du dir merken
- Nach Scheibentausch die Frontkamera kalibrieren.
- Sensoren werden auf die Fahrachse ausgerichtet, nicht auf die Karosserie.
- Statisch vor der Tafel, dynamisch bei der Lernfahrt.
- Ultraschall misst die Laufzeit hin und zurück, darum halbieren.
- Jede Kalibrierung mit Protokoll und Probefahrt abschließen.
Formeln
- Abstand aus der Echolaufzeit
- Schallgeschwindigkeit etwa 343 m/s, Laufzeit hin und zurück
- Abstand bei Zeitlücke
- in m/s, eingestellte Zeitlücke in s
Typische Fehler in der Prüfung
- Bei der Echolaufzeit vergessen, den Weg zu halbieren.
- Die Geschwindigkeit nicht von km/h in m/s umgerechnet.
- Die Kalibriertafel an der Karosseriemitte statt an der Fahrachse ausgerichtet.
- Nach einer Achsvermessung mit Spurkorrektur die Kalibrierung ausgelassen.
Tipps aus der Werkstatt
- Neue Frontscheibe heißt fast immer: Kamera kalibrieren. Vorher Reifendruck, Beladung und ebene Fläche prüfen und die Tafel auf die Fahrachse ausrichten, nicht auf die Karosseriemitte. Bei Ultraschall die Laufzeit immer halbieren, der Schall läuft hin und zurück.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
15 Aufgaben zu „Fahrerassistenzsysteme und Kalibrierung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 9 (Serviceaufgaben an Komfort- und Sicherheitssystemen durchführen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.