Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Lenkung und Fahrwerksvermessung
Lenkung und Achsvermessung: Zahnstangenlenkung, elektromechanische Servolenkung, Spur, Sturz, Nachlauf, Spreizung und Kalibrieren der Assistenzsysteme.
Darum geht es
In Pkw ist die Zahnstangenlenkung Standard: Ein Ritzel an der Lenkspindel verschiebt die Zahnstange, Spurstangen und Gelenke übertragen die Bewegung auf die Achsschenkel. Die Lenkübersetzung gibt an, um wie viel Grad das Lenkrad für einen Grad Radeinschlag gedreht werden muss. Heute unterstützt meist eine elektromechanische Servolenkung (EPS). Ein Drehmomentsensor misst das Lenkmoment des Fahrers, und ein Elektromotor hilft nach Bedarf. Weil das Steuergerät die Unterstützung selbst stellt, kann die EPS auch Lenkeingriffe von Park- und Spurhalteassistenten ausführen.
Die Fahrwerksgeometrie bestimmt Geradeauslauf, Lenkverhalten und Reifenverschleiß. Spur ist der Unterschied der Radabstände vorn und hinten (Vorspur oder Nachspur), Sturz die Neigung der Räder zur Senkrechten. Nachlauf und Spreizung beschreiben die Neigung der Lenkachse; der Nachlauf erzeugt das Rückstellmoment, das die Räder nach einer Kurve in Geradeausstellung zieht. Der Lenkrollhalbmesser und der Spurdifferenzwinkel ergänzen die Größen. Eine falsche Spur zeigt sich oft als sägezahnartiger Abrieb, ein falscher Sturz als einseitiger Schulterverschleiß.
Vor der Achsvermessung werden Reifendruck, Profil, Lagerspiel und Beladungszustand nach Herstellervorgabe hergestellt. Gemessen werden beide Achsen; eingestellt wird zuerst die Hinterachse, weil sie die Fahrachse bestimmt, an der Vorderachse kommt die Spur zuletzt. Danach werden der Lenkwinkelsensor und, je nach Fahrzeug, Kameras und Radarsensoren der Assistenzsysteme kalibriert. Ein schief stehendes Lenkrad wird über die Einzelspur korrigiert, nicht durch Versetzen des Lenkrads.
Das solltest du dir merken
- Hinterachse vor Vorderachse einstellen, die Spur kommt zuletzt.
- Nachlauf sorgt für Rückstellung und Geradeauslauf.
- Sägezahnabrieb weist auf falsche Spur, Schulterverschleiß auf falschen Sturz.
- Ein schiefes Lenkrad über die Einzelspur korrigieren.
- Nach der Vermessung Lenkwinkelsensor und Assistenzsysteme nach Vorgabe kalibrieren.
Formeln
- Lenkübersetzung
- Drehwinkel des Lenkrads, Einschlagwinkel des Rades
- Gesamtspur
- Abstand der Felgenhörner auf Höhe der Radmitte; positiv bedeutet Vorspur
Typische Fehler in der Prüfung
- Vorspur und Nachspur verwechselt.
- Ohne Prüfung von Reifendruck und Lagerspiel vermessen.
- Die Vorderachse vor der Hinterachse eingestellt.
- Nach der Vermessung die Kalibrierung der Assistenzsysteme vergessen.
Tipps aus der Werkstatt
- Reihenfolge bei der Achsvermessung: Hinterachse vor Vorderachse, und vorne kommt die Spur zuletzt, weil Sturz und Nachlauf sie mit verändern. Danach den Lenkwinkelsensor abgleichen und, wo verlangt, die Frontkamera kalibrieren, sonst meldet sich das ESP.
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13 Aufgaben zu „Lenkung und Fahrwerksvermessung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 10 (Schäden an Fahrwerks- und Bremssystemen instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.