Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Hydraulische Bremsanlage
Hydraulische Bremsanlage im Pkw: Hauptbremszylinder, Bremskraftverstärker, Zweikreis, Bremsflüssigkeit, Scheiben, Beläge und elektrische Parkbremse.
Darum geht es
Die hydraulische Bremsanlage überträgt die Fußkraft des Fahrers auf die Radbremsen. Das Pedal wirkt als Hebel, der Bremskraftverstärker vergrößert die Kraft mit Unterdruck oder elektrisch, und der Tandem-Hauptbremszylinder erzeugt daraus Druck in zwei getrennten Kreisen. Weil sich der Druck in der Flüssigkeit nach allen Seiten gleich ausbreitet, drücken die Kolben der Bremssättel mit einer Kraft, die von ihrer Fläche abhängt. Große Kolben an den Rädern und ein kleiner Kolben im Hauptbremszylinder ergeben eine hohe Kraftübersetzung. Die Zweikreisaufteilung, meist diagonal, sorgt dafür, dass bei einer Undichtheit immer noch ein Teil der Bremse wirkt.
Bremsflüssigkeit auf Glykolbasis (DOT 3, DOT 4, DOT 5.1) nimmt mit der Zeit Wasser auf. Dadurch sinkt der Siedepunkt, und bei starker Belastung können Dampfblasen entstehen, die das Pedal durchfallen lassen. Darum wird sie nach Herstellerintervall gewechselt, meist alle zwei Jahre. DOT 5 auf Silikonbasis darf nicht mit den anderen gemischt werden. Beim Wechsel und nach Arbeiten an der Hydraulik wird die Anlage entlüftet; bei Fahrzeugen mit ABS oder ESP gibt der Hersteller oft einen Ablauf mit dem Diagnosegerät vor.
Im Service werden Scheiben und Beläge geprüft: Mindestdicke der Scheibe (eingeprägt), Seitenschlag, Risse, Belagstärke nach Herstellerangabe. Ersetzt wird immer achsweise, und die Schrauben werden mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen. Bei elektrischen Parkbremsen fährt der Wartungsmodus des Diagnosegeräts die Stellmotoren zurück, bevor die Kolben zurückgestellt werden. Nach jeder Arbeit an der Bremse gehören Funktionsprüfung, Einbremsen und eine Probefahrt zum Auftrag.
Das solltest du dir merken
- Druck ist im ganzen System gleich, die Kraft am Kolben hängt von seiner Fläche ab.
- Glykolhaltige Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch und wird nach Herstellerintervall gewechselt.
- DOT 5 (Silikon) nie mit DOT 3, DOT 4 oder DOT 5.1 mischen.
- Scheiben und Beläge immer achsweise erneuern.
- Elektrische Parkbremse nur im Wartungsmodus des Diagnosegeräts zurückstellen.
Formeln
- Druck in der Hydraulik
- Druck, Kolbenkraft, Kolbenfläche;
- Kolbenfläche
- Kolbendurchmesser
- Kraft am Hauptbremszylinder
- Hebelübersetzung des Pedals, Verstärkungsfaktor des Bremskraftverstärkers
Typische Fehler in der Prüfung
- Bar nicht in N/cm² umgerechnet (Faktor 10).
- Mit dem Durchmesser statt mit der Kolbenfläche gerechnet.
- Einen gefallenen Flüssigkeitsstand nur aufgefüllt, ohne auf Belagverschleiß oder Undichtheit zu prüfen.
- Den Kolben einer elektrischen Parkbremse mit Gewalt zurückgedrückt.
Tipps aus der Werkstatt
- Bei Hydraulik-Aufgaben erst die Fläche, dann die Kraft: A ist Pi durch 4 mal d². Und bar nie direkt mit cm² malnehmen, 1 bar sind 10 N/cm². 60 bar auf einen 48-mm-Kolben ergeben so knapp 10,9 kN, nicht 1,09 kN.
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13 Aufgaben zu „Hydraulische Bremsanlage“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 10 (Schäden an Fahrwerks- und Bremssystemen instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.