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Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2

Dauerbremsen, Retarder und Motorbremse

Dauerbremsen im Nutzfahrzeug: Motorbremse, hydrodynamischer und elektrodynamischer Retarder, Einbindung in die Bremsanlage und Diagnose.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Bei langen Gefällen würde ein schwerer Lkw seine Radbremsen überhitzen, bis sie nachlassen. Darum haben Nutzfahrzeuge Dauerbremsen, die verschleißfrei bremsen und die Betriebsbremse für Notfälle frei halten. Die einfachste ist die Motorbremse: Eine Klappe im Abgasstrang staut das Abgas, zusätzlich öffnen viele Motoren ein Ventil zur Dekompression, damit die verdichtete Luft ihre Energie nicht an den Kolben zurückgibt.

Stärker ist der Retarder. Der hydrodynamische Retarder hat einen Rotor und einen Stator mit Schaufeln; wird Öl oder Kühlmittel eingefüllt, bremst die Strömung den Rotor. Die Bremsenergie wird zu Wärme, die über das Kühlsystem abgeführt wird. Ein Primärretarder sitzt vor dem Getriebe, ein Sekundärretarder dahinter. Der elektrodynamische Retarder bremst mit Wirbelströmen in Scheiben auf der Kardanwelle und gibt die Wärme an die Luft ab.

Der Fahrer schaltet die Dauerbremse in Stufen über einen Hebel, oder das EBS und der Tempomat setzen sie automatisch ein. Weil die Leistung über die Kühlung begrenzt ist, nimmt die Steuerung die Bremsleistung bei hoher Kühlmitteltemperatur zurück. Bei der Diagnose zählen Fehlerspeicher, Ölstand und Ölqualität des Retarders, Dichtheit, Steuerdrücke und Temperatursensoren.

Das solltest du dir merken

  • Dauerbremsen bremsen verschleißfrei und schonen die Radbremsen im Gefälle.
  • Der hydrodynamische Retarder gibt die Wärme ans Kühlsystem ab.
  • Ein Primärretarder sitzt vor, ein Sekundärretarder hinter dem Getriebe.
  • Bei heißem Kühlmittel nimmt die Steuerung die Retarderleistung zurück.

Formeln

Bremsleistung
Bremskraft in N, Geschwindigkeit in m/s, in W
Leistung aus Drehmoment und Drehzahl
Drehzahl in 1/s, Bremsmoment in Nm
Wärmemenge
Bremsleistung in W, Zeit in s, in J

Typische Fehler in der Prüfung

  • Angenommen, der Retarder ersetze die Betriebsbremse auch bei einer Notbremsung.
  • Nachlassende Retarderleistung als Defekt gewertet, obwohl das Kühlmittel zu heiß war.
  • Primär- und Sekundärretarder nach ihrer Lage im Antriebsstrang verwechselt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Der hydrodynamische Retarder gibt seine Bremsenergie als Wärme an das Kühlsystem ab. Ist das Kühlmittel heiß, nimmt die Steuerung die Bremsleistung zurück. Klagt ein Fahrer über schwachen Retarder am Berg, prüf deshalb auch Kühlsystem, Lüfter und Kühlmittelstand.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Dauerbremsen, Retarder und Motorbremse“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kfz-Mechatroniker/-in 2013, Lernfeld 13N; KfzMechaAusbV 2013, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.