Lernfeld 14 · Prüfung Teil 2
Komfort-, Sicherheitssysteme, Folierung und Kundenberatung
Folierung, Komfort- und Sicherheitssysteme und Kundenberatung: Folienarten, Verarbeitung, Grenzen, Folienbedarf und Angebot.
Darum geht es
Folien sind eine umkehrbare Alternative zur Lackierung. Gegossene Folien sind spannungsarm und lassen sich mit Wärme in Wölbungen ziehen, kalandrierte Folien sind günstiger und eher für flache Flächen geeignet. Die Folie zeichnet jede Delle und jeden Lackfehler ab und ist weicher als Klarlack. Auf frischen Lack wird erst nach der Wartezeit der Hersteller foliert, sonst entstehen Blasen oder der Lack reißt beim Entfernen mit ab.
Verarbeitet wird auf sauberer, wachsfreier und entfetteter Oberfläche. Die Folie wird mit Zugabe zugeschnitten, in der Mitte fixiert, mit der Rakel von der Mitte nach außen angedrückt, in Wölbungen mit Heißluft gezogen und am Ende nachgetempert. Scheinwerfer und Leuchten dürfen nicht foliert werden, weil sich Lichtfarbe und Lichtstärke ändern (§ 49a, § 22a StVZO). Tönungsfolien sind nach § 40 StVZO auf der Windschutzscheibe und auf den Seitenscheiben neben dem Fahrer unzulässig; auf den Scheiben hinter Fahrer und Beifahrer sind sie nur mit eigener Genehmigung erlaubt. Der Folienbedarf ergibt sich aus den Längen der Teile mit Zugabe und einem Verschnittzuschlag.
Bei Komfort- und Sicherheitssystemen prüft die Werkstatt vor dem Angebot Fahrzeugidentnummer, Ausstattung und Herstellerfreigabe und kalkuliert Einbau, Codierung und Kalibrierung. Sensoren hinter Stoßfängern vertragen nur freigegebene Lackschichten und keine Folie im Strahlbereich, Kameras an der Scheibe werden nach dem Tausch kalibriert. In der Beratung werden Lackzustand, Haltbarkeit, Pflege, Kosten und spätere Entfernung offen angesprochen und im Auftrag festgehalten.
Das solltest du dir merken
- Gegossene Folie für starke Wölbungen, kalandrierte für flache Flächen.
- Kein Wachs vor dem Folieren, direkt vorher entfetten.
- Leuchten, Scheinwerfer, Windschutzscheibe und vordere Seitenscheiben nicht tönen.
- Je Teil zweimal die Zugabe auf die Länge rechnen, dann den Verschnitt.
- Vorschäden vor dem Folieren dokumentieren.
Formeln
- Folienbedarf
- Teillängen, Anzahl der Teile, Zugabe je Seite, Verschnitt in %
Typische Fehler in der Prüfung
- Zugabe nur einmal je Teil statt an beiden Enden gerechnet.
- Frisch lackierte Teile sofort foliert.
- Radarsensor hinter folierter oder nicht freigegeben lackierter Verkleidung.
Tipps aus der Werkstatt
- Beim Folienbedarf bekommt jedes Teil die Zugabe an beiden Enden, erst danach kommt der Verschnittzuschlag. Gegossene Folie für Wölbungen, kalandrierte für flache Flächen. Leuchten, Scheinwerfer, Windschutzscheibe und die Seitenscheiben neben dem Fahrer werden nicht getönt, und frischer Lack wird erst nach der Wartezeit foliert.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Komfort-, Sicherheitssysteme, Folierung und Kundenberatung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in (2022), Lernfeld 14 (Zubehör- und Zusatzsysteme an-, ein- und umbauen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.