Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Altlackierung prüfen und Oberfläche vorbereiten
Altlackierung prüfen und vorbereiten: Schichtdicke, Lösemitteltest, Klebebandabriss, Reinigen, Schleifen, Spachteln und Abkleben.
Darum geht es
Bevor auf eine vorhandene Lackierung neu lackiert wird, muss klar sein, ob sie tragfähig ist. Die Sicht- und Tastprüfung zeigt Risse, Blasen, Kreidung und Steinschläge. Die Schichtdickenmessung findet frühere Reparaturen: Die Serienschichtdicke hängt von Hersteller und Bauteil ab, liegt aber meist in der Größenordnung von etwa 100 µm bis gut 150 µm. Maßgeblich ist der Vergleich mit unbeschädigten Stellen und Nachbarteilen; deutlich höhere Werte deuten auf Spachtel oder Nachlackierung. Auf Stahl misst das Gerät magnetinduktiv, auf Aluminium nach dem Wirbelstromverfahren.
Der Lösemitteltest an einer verdeckten Stelle zeigt, ob der Altlack lösemittelfest ist. Erweicht er, würde der neue Lack ihn anquellen; dann wird isoliert oder bis auf einen tragfähigen Untergrund entfernt. Der Klebebandabrisstest, oft mit Gitterschnitt, prüft die Haftung. Die Ergebnisse werden dokumentiert und dem Kunden oder der Versicherung mitgeteilt, wenn sie den Aufwand erhöhen.
Vorbereitet wird in fester Reihenfolge: waschen, mit Silikonentferner entfetten, schleifen, erneut entfetten. Blanke Stellen erhalten nach Systemvorgabe Haftgrund oder Füller, Unebenheiten gleicht Polyesterspachtel aus. Der Spachtel wird nach Gewicht mit Härter gemischt, trocken geschliffen und mit Kontrollpulver geprüft. Ränder werden zu einem flachen Federrand ausgeschliffen. Was nicht lackiert wird, schützen Folie, Papier und Schaumstoffrollen in den Spalten.
Das solltest du dir merken
- Erst entfetten, dann schleifen, dann wieder entfetten.
- Ein Mehrfaches der Schichtdicke an unbeschädigten Stellen deutet auf eine frühere Reparatur.
- Erweicht der Altlack beim Lösemitteltest, wird isoliert oder entfernt.
- Polyesterspachtel nur trocken schleifen, Härter nach Gewicht dosieren.
- Aluminium nach dem Wirbelstromverfahren messen, Stahl magnetinduktiv.
Formeln
- Härtermenge nach Gewichtsprozent
- Spachtelmenge in g, Härteranteil in Gewichtsprozent laut Datenblatt
- Serienschichtdicke
- Schichten KTL, Füller, Basislack und Klarlack in µm
Typische Fehler in der Prüfung
- Über Silikon und Wachs geschliffen, später entstehen Krater.
- Lösemitteltest vergessen, der Altlack zieht beim Lackieren hoch.
- Spachtel nass geschliffen, eingeschlossenes Wasser bildet Blasen.
- Kanten der Altlackierung nicht ausgeschliffen, die Stufe zeichnet sich ab.
Tipps aus der Werkstatt
- Reihenfolge merken: waschen, entfetten, schleifen, wieder entfetten. Wer über Silikon schleift, bekommt Krater. Erweicht der Altlack beim Lösemitteltest, wird isoliert oder entfernt, nie einfach überlackiert. Auf Aluminium misst die Schichtdicke das Wirbelstromverfahren, nicht das magnetinduktive.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Altlackierung prüfen und Oberfläche vorbereiten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in (2022), Lernfeld 13 (Oberflächen ausbeulen, beschichten und aufbereiten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.