Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Lackaufbau, Spritzverfahren und Lackierfehler
Lackaufbau und Reparaturlackierung: KTL, Füller, Wasserbasislack, 2K-Klarlack, Mischungsverhältnis, Beilackieren, Spot-Repair und Lackierfehler.
Darum geht es
Die Serienlackierung besteht aus Zink- und Phosphatschicht, kathodischer Tauchlackierung (KTL), Füller, Basislack und Klarlack. In der Reparatur wird dieser Aufbau stufenweise wiederhergestellt. Basislacke sind heute überwiegend Wasserbasislacke; sie trocknen physikalisch, indem das Wasser mit bewegter, warmer Luft verdunstet. Klarlacke und Füller sind meist 2K-Systeme, die durch die Reaktion von Stammlack und Härter vernetzen und nur innerhalb der Topfzeit verarbeitbar sind.
Gemischt wird genau nach Datenblatt, etwa im Volumenverhältnis 2:1 mit einem Verdünnungszuschlag bezogen auf die Mischung. Aus Fläche, Trockenschichtdicke, Festkörperanteil und Auftragswirkungsgrad lässt sich der Materialbedarf abschätzen. Bei Effektlacken hängt der Farbton von Abstand, Druck, Spritzgängen und Ablüftzeit ab. Darum wird ein Musterblech gespritzt, nuanciert und in die Nachbarteile beilackiert; kleine Schäden an Ecken lassen sich als Spot-Repair partiell beheben.
Härter mit Isocyanaten sensibilisieren Atemwege und Haut. Gespritzt wird nur in der Lackierkabine mit Absaugung, üblicherweise mit fremdbelüftetem Atemschutz (Festlegung in der Gefährdungsbeurteilung nach TRGS 430), dazu Overall und Handschuhe nach Sicherheitsdatenblatt und Gefährdungsbeurteilung. Wer Produkte mit mehr als 0,1 % Diisocyanaten verarbeitet, muss nach REACH geschult sein. Den Lösemittelgehalt der Reparaturlacke begrenzt die ChemVOCFarbV. Wasserbasislack, Pistolen mit hohem Auftragswirkungsgrad und geschlossene Reinigungsgeräte senken die Lösemittelemissionen. Typische Lackierfehler wie Läufer, Orangenhaut, Krater, Kocher und Wolken lassen sich fast immer auf Untergrund, Material oder Spritztechnik zurückführen.
Das solltest du dir merken
- Wasserbasislack trocknet durch Verdunsten, 2K-Lack durch chemische Vernetzung.
- Mischungsverhältnis und Bezug der Verdünnung immer aus dem Datenblatt.
- Effektlacke werden nach Musterblech beilackiert, der Klarlack deckt alle beteiligten Teile.
- Isocyanathaltige 2K-Lacke üblicherweise mit fremdbelüftetem Atemschutz spritzen, nie mit Partikelmaske.
- Trocknungszeit zählt erst ab Erreichen der Objekttemperatur.
Formeln
- Mischung mit Verdünnungszuschlag
- spritzfertige Menge, Verdünnung in % der Lack-Härter-Mischung, Verhältnis Lack zu Härter
- Nassschichtdicke
- Festkörperanteil als Dezimalzahl, Schichtdicken in µm
- Lackbedarf
- Fläche in m², Trockenschichtdicke in µm (ergibt ml), Auftragswirkungsgrad als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Verdünnungszuschlag auf die Lackmenge statt auf die Lack-Härter-Mischung bezogen.
- Festkörperanteil oder Wirkungsgrad multipliziert statt geteilt.
- Basislack zu kurz abgelüftet, im Klarlack entstehen Kocher.
- Partikelmaske statt fremdbelüftetem Atemschutz bei 2K-Klarlack.
Tipps aus der Werkstatt
- Beim Mischungsverhältnis mit Verdünnung zuerst die spritzfertige Menge durch 1 plus Verdünnungsanteil teilen, dann nach dem Verhältnis aufteilen. Festkörper und Auftragswirkungsgrad stehen beim Lackbedarf im Nenner. Und bei 2K-Klarlack mit Isocyanaten reicht keine Partikelmaske, üblich ist fremdbelüfteter Atemschutz.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Lackaufbau, Spritzverfahren und Lackierfehler“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in (2022), Lernfeld 13 (Oberflächen ausbeulen, beschichten und aufbereiten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.