Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Fahrerassistenzsysteme justieren und kalibrieren
Fahrerassistenzsysteme nach Karosseriearbeiten: Einbauorte von Kamera, Radar und Lidar, statische und dynamische Kalibrierung, Radarbereich und Protokoll.
Darum geht es
Kameras, Radar-, Lidar- und Ultraschallsensoren sitzen hinter Windschutzscheibe, Stoßfängern, Emblemen und in Außenspiegeln, also genau dort, wo Unfallschäden entstehen. Jede Arbeit, die Lage oder Abdeckung eines Sensors verändern kann, verlangt nach Herstellervorgabe eine Prüfung und meist eine Kalibrierung: Scheibentausch, Aus- und Einbau von Stoßfänger oder Spiegel, Tausch von Haltern und Querträgern, Richtarbeiten und Fahrwerksvermessung.
Bei der statischen Kalibrierung steht das Fahrzeug auf ebener Fläche, Kalibriertafeln, Reflektoren oder Matten werden in vorgegebenem Abstand zur Fahrachse aufgestellt, und das Diagnosegerät startet den Ablauf. Bei der dynamischen Kalibrierung lernt der Sensor während einer Fahrt unter festgelegten Bedingungen. Voraussetzung ist immer, dass Karosserie, Halter und Fahrwerk stimmen; ein verbogener Halter lässt sich nicht wegkalibrieren. Schon kleine Winkelfehler ergeben auf große Entfernung große seitliche Abweichungen.
Vor einem Radarsensor dürfen Stoßfänger nur nach Herstellervorgabe repariert und lackiert werden, weil Spachtel, dicke Lackschichten und metallische Pigmente die Strahlung dämpfen. Jede Kalibrierung wird protokolliert. Fehlt sie im Gutachten, wird ein Nachtrag beim Sachverständigen angefragt.
Das solltest du dir merken
- Kalibrieren nach jeder Arbeit, die Lage oder Abdeckung eines Sensors ändern kann.
- Erst Karosserie und Fahrwerk in Ordnung bringen, dann kalibrieren.
- Maße für Tafel und Reflektor immer vom Bezugspunkt des Herstellers messen.
- Im Radarbereich nur zugelassene Reparaturen und Schichtdicken.
- Kalibrierprotokoll zum Auftrag legen.
Formeln
- Seitlicher Versatz bei Winkelfehler
- Entfernung, Fehlwinkel des Sensors
- Wellenlänge
- etwa m/s, Frequenz in Hz
Typische Fehler in der Prüfung
- Tafelabstand vom Stoßfänger statt von der Radmitte oder Fahrachse gemessen.
- Kalibriert, obwohl der Sensorhalter noch verbogen ist.
- Radarbereich des Stoßfängers gespachtelt und mit dickem Lackaufbau versehen.
Tipps aus der Werkstatt
- Erst richten, dann vermessen, dann kalibrieren: Ein verbogener Halter lässt sich nicht wegkalibrieren. Tafelabstände misst man vom Bezugspunkt des Herstellers, meist der Radmitte. Ein Grad Fehlwinkel ergibt auf 100 m rund 1,75 m seitlichen Versatz.
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13 Aufgaben zu „Fahrerassistenzsysteme justieren und kalibrieren“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in (2022), Lernfeld 12 (Vernetzte Fahrzeugsysteme diagnostizieren und instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.