Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Korrosionsschutz, Abdichten und Dämmen
Korrosionsschutz nach Abschnittsreparaturen: Schweißprimer, Grundierung, Nahtabdichtung, Unterbodenschutz, Hohlraumkonservierung und Dämmteile.
Darum geht es
Bei jeder Karosseriereparatur wird der werkseitige Korrosionsschutz zerstört: Die Zinkschicht verbrennt neben der Naht, die KTL-Grundierung wird abgeschliffen, Wachs und Nahtabdichtung verbrennen. Ein dauerhafter Schutz gelingt nur, wenn alle Schichten in der richtigen Reihenfolge wieder aufgebaut werden. Was später zwischen den Blechen liegt, muss vor dem Fügen geschützt werden; beim Punktschweißen mit leitfähigem, zinkreichem Schweißprimer.
Nach dem Fügen werden blanke Stellen gereinigt und mit Grundierung, zum Beispiel 2K-Epoxid, geschützt. Danach verschließt eine elastische Nahtabdichtmasse Überlappungen und Falze, damit kein Wasser eindringt und keine Spaltkorrosion entsteht. Unterbodenschutz schützt vor Steinschlag. Erst nach dem Lackieren wird der Hohlraum mit Wachs nach Plan des Herstellers konserviert. Verbrannte Schaumschotts und Entdröhnmatten werden ersetzt, sonst drohen Geräusche und Wasserwege.
Zink schützt Stahl auch an kleinen Verletzungen, weil es als unedleres Metall zuerst korrodiert. An Verbindungen aus Stahl und Aluminium droht dagegen Kontaktkorrosion; Kleber, beschichtete Verbindungselemente und Abdichtung verhindern sie. Mischungsverhältnisse von 2K-Produkten werden genau nach Datenblatt eingehalten.
Das solltest du dir merken
- Zwischen die Bleche gehört nur punktschweißgeeigneter Primer.
- Reihenfolge Primer, Fügen, Grundierung, Nahtabdichtung, Lack, Hohlraumwachs.
- KTL-Grundierung des Neuteils erhalten und nur an Fügestellen entfernen.
- Wasser in Spalten führt zu Spaltkorrosion von innen.
- Verbrannte Dämm- und Schaumteile immer ersetzen.
Formeln
- Mischungsverhältnis
- Verhältnis Stammlack zu Härter, Gesamtmenge
- Volumen einer Dichtraupe
- und in mm, in m ergibt in ml
Typische Fehler in der Prüfung
- Hohlraumwachs vor dem Schweißen oder Lackieren eingebracht.
- Beim Mischungsverhältnis den Härteranteil auf den Stammlack statt auf die Gesamtmenge bezogen.
- Nahtabdichtung direkt auf blankes Blech ohne Grundierung gesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Merkfolge für den Schutzaufbau: Primer zwischen die Bleche, fügen, grundieren, abdichten, lackieren, zuletzt Wachs in den Hohlraum. Beim Mischungsverhältnis 4 zu 1 sind es fünf Teile; der Härter ist ein Fünftel der Gesamtmenge, nicht ein Viertel.
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13 Aufgaben zu „Korrosionsschutz, Abdichten und Dämmen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker/-in (2022), Lernfeld 11 (Karosserieschäden durch Abschnittsreparaturen instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.