Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Prüfmittel und Prüfmittelüberwachung
Prüfmittel richtig wählen und überwachen: Messen und Lehren, Messunsicherheit, goldene Regel, Kalibrieren, Justieren und Prüfmittelkartei.
Darum geht es
Prüfen heißt feststellen, ob ein Merkmal die Vorgaben erfüllt. Beim Messen vergleichst du mit einem Messgerät und erhältst einen Zahlenwert, beim Lehren mit einer Lehre und erfährst nur gut oder Ausschuss. In der Serienfertigung prüft ein Grenzlehrdorn Bohrungen schnell. Die Gutseite muss hineingehen, die rot markierte Ausschussseite darf nicht hineingehen.
Jede Messung hat eine Messunsicherheit. Dazu tragen Gerät, Messkraft, Temperatur, Sauberkeit, Formfehler des Werkstücks und der Prüfer bei. Die Bezugstemperatur der Längenmesstechnik ist 20 °C, ein warmes Werkstück misst zu groß. Nach der goldenen Regel der Messtechnik soll die Messunsicherheit höchstens ein Zehntel der Toleranz betragen, sonst kann man nicht sicher zwischen gut und schlecht unterscheiden.
Damit Prüfmittel zuverlässig bleiben, werden sie überwacht. Kalibrieren heißt die Abweichung gegen ein Normal ermitteln und dokumentieren, Justieren heißt das Gerät so einstellen, dass die Abweichung kleiner wird, Eichen ist eine amtliche Prüfung im gesetzlichen Messwesen. Jedes Prüfmittel hat in der Prüfmittelkartei eine Nummer, Messbereich, Standort, Prüfintervall und die Ergebnisse. Liegt ein Gerät bei der Kalibrierung außerhalb der Fehlergrenze, wird es gesperrt und geprüft, welche Teile seit der letzten gültigen Kalibrierung damit gemessen wurden.
Das solltest du dir merken
- Messen liefert einen Wert, Lehren nur gut oder Ausschuss.
- Messunsicherheit höchstens ein Zehntel der Toleranz.
- Bezugstemperatur für Längenmaße ist 20 °C.
- Kalibrieren ermittelt die Abweichung, Justieren stellt das Gerät ein.
- Fällt ein Prüfmittel durch, auch die damit gemessenen Teile bewerten.
Formeln
- Längenänderung durch Wärme
- und in mm, Längenausdehnungskoeffizient in 1/K (Stahl etwa ), Abstand zu 20 °C in K
- Goldene Regel der Messtechnik
- Messunsicherheit, Toleranzbreite, beide in derselben Einheit
Typische Fehler in der Prüfung
- Kalibrieren und Justieren gleichgesetzt; beim Kalibrieren wird nichts verstellt.
- Werkstück direkt nach der Bearbeitung gemessen und die Wärmedehnung nicht beachtet.
- Bei einem durchgefallenen Prüfmittel nur das Gerät gesperrt, die zuvor geprüften Teile aber vergessen.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Prüfmittel zeigt nur dann richtig, wenn es regelmäßig kalibriert wird. Das Prüfetikett nennt den nächsten Termin. Ist der Termin überschritten oder ist das Prüfmittel heruntergefallen, nicht mehr verwenden und zur Prüfmittelüberwachung geben.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
11 Aufgaben zu „Prüfmittel und Prüfmittelüberwachung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 11 (Überwachen der Produkt- und Prozessqualität). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.