Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Maschinen- und Prozessfähigkeit, SPC
Maschinen- und Prozessfähigkeit mit cm, cmk, cp und cpk berechnen und deuten, dazu Qualitätsregelkarten und statistische Prozessregelung (SPC).
Darum geht es
Kein Fertigungsprozess trifft jedes Maß genau. Zufällige Einflüsse wie kleine Schwankungen im Werkstoff erzeugen eine Streuung, die sich oft mit der Normalverteilung beschreiben lässt. Systematische Einflüsse wie Werkzeugverschleiß oder Erwärmung der Maschine verschieben die Lage des Mittelwerts. Fähigkeitskennwerte sagen, ob Streuung und Lage gut genug in die Toleranz passen.
Die Maschinenfähigkeit wird kurzzeitig an einer Maschine ermittelt, meist mit 50 Teilen in Folge unter möglichst gleichen Bedingungen; sie zeigt, was die Maschine allein kann. Die Prozessfähigkeit wird über längere Zeit mit allen Einflüssen wie Bediener, Werkstoffcharge und Temperatur ermittelt. Der Index vergleicht nur die Toleranz mit der Streuung, berücksichtigt zusätzlich die Lage zur näheren Toleranzgrenze. Ist hoch, aber klein, streut der Prozess wenig, liegt aber außermittig; dann muss die Maschine nachgestellt werden. Üblich sind Forderungen wie für Prozesse und für Maschinen, je nach Kunde auch höher.
Bei der statistischen Prozessregelung (SPC) entnimmt der Bediener in festen Abständen Stichproben und trägt Mittelwert und Spannweite in eine Qualitätsregelkarte ein. Liegt ein Punkt außerhalb der Eingriffsgrenzen, wird eingegriffen. Auch auffällige Muster wie ein Run, also sieben Punkte in Folge auf einer Seite der Mittellinie, oder ein Trend mit sieben steigenden oder fallenden Punkten zeigen eine systematische Ursache an, bevor Ausschuss entsteht.
Das solltest du dir merken
- bewertet nur die Streuung, Streuung und Lage.
- Hohes und kleines heißt, der Prozess liegt außermittig.
- Maschinenfähigkeit kurzzeitig an der Maschine, Prozessfähigkeit langfristig mit allen Einflüssen.
- Eingriffsgrenzen der Regelkarte sind keine Toleranzgrenzen.
- Run und Trend weisen auf eine systematische Ursache hin.
Formeln
- Prozessfähigkeitsindex
- Toleranzbreite (OGW minus UGW), geschätzte Standardabweichung, beide in mm
- Prozessfähigkeitskennwert
- Abstand des Mittelwerts zur näheren Toleranzgrenze, Standardabweichung, beide in mm
- Maschinenfähigkeit
- Toleranzbreite, Standardabweichung der Stichprobe aus der Maschinenfähigkeitsuntersuchung; entsprechend mit
Typische Fehler in der Prüfung
- Halbe statt ganze Toleranz für eingesetzt.
- Bei den Abstand zur weiter entfernten Grenze genommen.
- Punkte innerhalb der Toleranz, aber außerhalb der Eingriffsgrenzen für unbedenklich gehalten.
- Maschinen- und Prozessfähigkeit verwechselt.
Tipps aus der Werkstatt
- cp = Toleranz / (6 · s) sagt, ob die Streuung in die Toleranz passt. cpk nimmt den kleineren Abstand des Mittelwerts zur Grenze geteilt durch 3 · s und zeigt, ob der Prozess mittig liegt. Gefordert sind meist mindestens 1,33.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Maschinen- und Prozessfähigkeit, SPC“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 11 (Überwachen der Produkt- und Prozessqualität). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.