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Lernfeld 8 · Prüfung Teil 2

Probelauf, Fehlersuche und Erstlaufüberwachung

Probelauf und Erstlaufüberwachung: Pumpen füllen und anfahren, Drehrichtung, Kavitation, Dampfleitungen anwärmen und systematische Fehlersuche.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Der Probelauf folgt einem Inbetriebnahmeplan. Grundlage sind das R&I-Fließschema, die Betriebsanleitungen der Komponenten und die Protokolle der bestandenen Druckprüfungen. Die Leitungen werden gespült, Anfahrsiebe vor Pumpen und Armaturen fangen Schweißperlen und Zunder ab. Kreiselpumpen werden vor dem ersten Einschalten gefüllt und entlüftet, weil Gleitringdichtungen trocken in Sekunden zerstört werden. Die Drehrichtung prüft man im Tippbetrieb; eine falsch herum laufende Pumpe fördert noch, aber viel zu wenig. Radialpumpen fährt man gegen die geschlossene Druckarmatur an und öffnet sie dann zügig.

Kalte Dampfleitungen werden langsam angewärmt, das entstehende Kondensat wird an den Tiefpunkten über Kondensatableiter abgeführt. Wird Kondensat vom Dampf mitgerissen, entstehen Wasserschläge. Prasselnde Geräusche an einer Pumpe mit niedrigem Saugdruck deuten auf Kavitation, oft durch ein zugesetztes Saugsieb. Nach dem ersten Aufheizen können Dichtungen sich setzen; Flansche werden dann nach Anweisung nachgezogen.

Die Fehlersuche beginnt mit Messwerten: Saug- und Enddruck, Durchfluss, Motorstrom. Aus der Druckdifferenz folgt die Förderhöhe, der Betriebspunkt wird mit der Pumpenkennlinie verglichen. Liegt er auf der Kennlinie bei zu großer Förderhöhe, ist der Widerstand im Rohrnetz zu hoch; liegt er darunter, liegt der Fehler eher an der Pumpe. Man ändert jeweils nur eine Sache und hält jeden Schritt im Probelaufprotokoll fest. In der Erstlaufüberwachung beobachtet man Lagertemperaturen, Schwingungen, Dichtheit, Siebe und die Wärmebewegung der Leitungen.

Das solltest du dir merken

  • Pumpe nie trocken starten, auch nicht für den Drehrichtungstest.
  • Falsche Drehrichtung zeigt sich durch zu wenig Förderung, nicht unbedingt durch Lärm.
  • 1 bar entspricht bei Wasser rund 10 m Förderhöhe.
  • Dampfleitungen langsam anwärmen und vorher entwässern, sonst drohen Wasserschläge.
  • Fehlersuche mit Messwerten und Kennlinie, immer nur eine Änderung zur Zeit.

Formeln

Förderhöhe aus der Druckdifferenz
in m, in Pa, Dichte in kg/m³,
Leistung an der Pumpenwelle
in W, in m³/s, Förderhöhe in m, Pumpenwirkungsgrad

Typische Fehler in der Prüfung

  • Die Pumpe für einen kurzen Test ungefüllt eingeschaltet; die Gleitringdichtung ist danach undicht.
  • Den Volumenstrom in m³/h eingesetzt; die Leistung wird 3600-mal zu groß.
  • Den Wirkungsgrad multipliziert statt dividiert; die Wellenleistung wird zu klein.
  • Bei geringer Förderung sofort die Pumpe getauscht, ohne Siebe, Armaturen und Drehrichtung zu prüfen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Pumpe nie trocken starten, auch nicht kurz zum Drehrichtungstest. Bei der Wellenleistung den Volumenstrom erst in m³/s umrechnen und durch den Wirkungsgrad teilen. Faustregel Wasser: 1 bar Druckdifferenz sind etwa 10 m Förderhöhe.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Probelauf, Fehlersuche und Erstlaufüberwachung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 8 (Übergeben und Inbetriebnehmen von Anlagensystemen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.