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Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2

Wirtschaftlichkeit und Kalkulation

Wirtschaftlichkeit im Anlagenbau: Zuschlagskalkulation, Einzel- und Gemeinkosten, Kostenvergleich, Amortisation, Lebenszykluskosten und Nutzwertanalyse.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Für ein Angebot rechnet der Anlagenbaubetrieb mit der Zuschlagskalkulation. Einzelkosten wie Rohre, Armaturen und die Stunden der Monteure am Auftrag werden direkt zugerechnet. Gemeinkosten wie Hallenmiete, Arbeitsvorbereitung und Versicherung verteilt man mit Zuschlagssätzen: Materialgemeinkosten auf das Material, Fertigungsgemeinkosten auf die Löhne. Material- und Fertigungskosten ergeben die Herstellkosten, mit Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten die Selbstkosten, mit dem Gewinnzuschlag den Nettoangebotspreis. Sondereinzelkosten wie Prüfgebühren oder Spezialtransporte kommen gesondert hinzu.

Ob sich eine Investition lohnt, zeigen einfache Vergleichsrechnungen. Die Amortisationszeit gibt an, nach wie vielen Jahren die Einsparung die Investition zurückgezahlt hat. Beim Kostenvergleich zweier Varianten mit verschiedener Investition und verschiedenen laufenden Kosten zeigt die kritische Zeit, ab wann die teurere Anschaffung günstiger wird. Für Pumpen, Verdichter und Ventile im Dauerbetrieb zählen die Lebenszykluskosten: Energie, Wartung, Ersatzteile und Stillstände übersteigen den Kaufpreis oft deutlich. Leckagen in Druckluftnetzen sind ein typischer versteckter Kostentreiber.

Lassen sich nicht alle Kriterien in Euro fassen, hilft die Nutzwertanalyse. Man legt Kriterien und Gewichte fest, bewertet jede Variante mit Punkten, multipliziert mit den Gewichten und addiert. Die Variante mit dem höchsten Nutzwert wird dem Kunden als Entscheidungshilfe empfohlen, zusammen mit einer kurzen Begründung.

Das solltest du dir merken

  • Einzelkosten direkt zurechnen, Gemeinkosten über Zuschläge verteilen.
  • Herstellkosten plus Verwaltung und Vertrieb ergeben die Selbstkosten, plus Gewinn den Angebotspreis.
  • Amortisationszeit ist Investition geteilt durch jährliche Einsparung.
  • Bei Dauerläufern entscheiden die Energiekosten, nicht der Kaufpreis.
  • In der Nutzwertanalyse Gewichte vor der Bewertung festlegen.

Formeln

Amortisationszeit
Amortisationszeit in Jahren, Investition in €, jährliche Einsparung in €/Jahr
Kritische Zeit beim Kostenvergleich
, Investitionen der Varianten in €, , laufende Kosten je Jahr in €
Nutzwert
Nutzwert in Punkten, Gewicht des Kriteriums (Summe 1), Punkte der Variante im Kriterium

Typische Fehler in der Prüfung

  • Fertigungsgemeinkosten zum Material statt zu den Löhnen geschlagen.
  • Zuschläge alle auf die Einzelkosten addiert statt nacheinander auf die jeweilige Zwischensumme.
  • Den Gewinnzuschlag vergessen und die Selbstkosten als Angebotspreis angegeben.
  • Bei Leckagekosten die Minuten nicht in Stunden umgerechnet.

Tipps aus der Werkstatt

  • Zuschlagskalkulation stufenweise: MGK aufs Material, FGK auf die Löhne, VVGK auf die Herstellkosten, Gewinn auf die Selbstkosten. Häufigster Fehler: Selbstkosten als Angebotspreis angeben. Amortisation = Investition durch jährliche Einsparung.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Wirtschaftlichkeit und Kalkulation“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 12 (Planen und Realisieren von Systemen der Anlagentechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.