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Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2

Projektbeschreibung, Bedarfs-, Zeit- und Arbeitsplanung

Anlagenprojekte planen: Lasten- und Pflichtenheft, Projektstrukturplan, Netzplan mit Puffer und kritischem Weg, Montagezeiten und Materialbedarf.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Anlagenbauprojekt beginnt mit der Projektbeschreibung. Im Lastenheft legt der Auftraggeber fest, was die Anlage leisten soll; im Pflichtenheft beschreibt der Auftragnehmer, wie er das technisch umsetzt. Beide klären Ziel, Leistungsumfang, Schnittstellen zu anderen Gewerken, Termine und Abnahmekriterien. Was nicht vereinbart ist, wird später als Nachtrag beauftragt. Englischsprachige Datenblätter und Normen gehören im Anlagenbau zum Alltag; Begriffe wie design pressure, test pressure oder barg muss man sicher lesen.

Der Projektstrukturplan zerlegt das Vorhaben in Arbeitspakete. Daraus entsteht der Ablaufplan: Im Netzplan stehen Dauer und Vorgänger jedes Vorgangs. Aus der Vorwärtsrechnung ergeben sich die frühesten, aus der Rückwärtsrechnung die spätesten Termine. Der Gesamtpuffer zeigt, wie weit sich ein Vorgang verschieben darf; Vorgänge ohne Puffer bilden den kritischen Weg, der die Projektdauer bestimmt. Der Balkenplan zeigt dieselben Vorgänge anschaulich auf einer Zeitachse, Meilensteine markieren prüfbare Zwischenergebnisse.

Die Bedarfsplanung ermittelt Material, Personal und Geräte. Rohrlängen, Formstücke, Flansche, Dichtungen und Schrauben kommen aus den Stücklisten der Isometrien, ergänzt um Verschnitt und Reserve. Die Montagedauer folgt aus Zeitwerten je Meter oder je Naht und der Gruppenstärke. Während der Ausführung dokumentiert der Montagebericht Personal, Leistung, Stand und Behinderungen; er ist Grundlage für Abrechnung und Terminsteuerung.

Das solltest du dir merken

  • Lastenheft schreibt der Auftraggeber, Pflichtenheft der Auftragnehmer.
  • Der längste Weg durch den Netzplan bestimmt die Projektdauer.
  • Gesamtpuffer ist spätester minus frühester Anfang eines Vorgangs.
  • Ein Meilenstein hat keine Dauer, aber ein prüfbares Ergebnis.
  • Behinderungen sofort im Montagebericht festhalten und gegenzeichnen lassen.

Formeln

Gesamtpuffer
Gesamtpuffer, spätester Anfang, frühester Anfang, spätestes Ende, frühestes Ende, alle in Arbeitstagen
Montagedauer
Dauer in Arbeitstagen, Leitungslänge in m, Zeitwert in h/m, Zahl der Monteure, Arbeitszeit je Tag in h

Typische Fehler in der Prüfung

  • Im Netzplan den kürzesten statt des längsten Wegs als Projektdauer angenommen.
  • Bei mehreren Vorgängern nicht das späteste Ende als frühesten Anfang des Nachfolgers genommen.
  • Bei der Montagedauer die Zahl der Monteure vergessen oder angefangene Tage abgerundet.
  • Lasten- und Pflichtenheft vertauscht.

Tipps aus der Werkstatt

  • Netzplan: Alle Wege aufschreiben und addieren, der längste ist die Projektdauer und der kritische Weg. Bei mehreren Vorgängern zählt das späteste Ende. Montagetage = Stunden geteilt durch (Monteure mal 8 h), angefangene Tage aufrunden.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Projektbeschreibung, Bedarfs-, Zeit- und Arbeitsplanung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 12 (Planen und Realisieren von Systemen der Anlagentechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.