Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Errichten, Prüfen, Präsentieren und Projektbeurteilung
Anlagen errichten und übergeben: Druckprüfung, Kraft auf Blinddeckel, Inbetriebnahmephasen, Dokumentation, Abnahme, Präsentation und Soll-Ist-Vergleich.
Darum geht es
Nach der Montage wird die Anlage geprüft. Rohrleitungen und Behälter bekommen eine Druckprüfung, meist mit Wasser; den Prüfdruck legt die Prüfanweisung nach der zugrunde liegenden Norm fest. Der Abschnitt wird mit Steckscheiben oder Blinddeckeln abgegrenzt, die die Kraft aus Druck mal Fläche sicher aufnehmen müssen. Empfindliche Armaturen werden ausgebaut, die Leitung wird am Tiefpunkt gefüllt und am Hochpunkt entlüftet. Prüfungen mit Gas speichern sehr viel mehr Energie als mit Wasser und sind nur mit besonderen Schutzmaßnahmen zulässig.
Die Inbetriebnahme läuft in Stufen: mechanische Fertigstellung nach Abgehen der Anlage mit dem R&I-Fließschema, Loop-Check der Mess- und Stellkreise, Kaltinbetriebnahme mit Wasser oder Luft, Heißinbetriebnahme mit Produkt und Probebetrieb unter Last, in dem die vertraglichen Garantiewerte nachgewiesen werden. Geprüft werden Teilfunktionen wie Drehrichtung, Stromaufnahme, Regelung und Sicherheitseinrichtungen und die Gesamtfunktion. Zur Übergabe gehören Prüfprotokolle, Isometrien im ausgeführten Stand, Werkstoffzeugnisse, Schweißnahtprüfberichte, Konformitätserklärungen und Betriebsanleitungen. Mit der Abnahme geht die Gefahr auf den Auftraggeber über, und die Gewährleistung beginnt.
Bei der Präsentation stellt man die Anlage zielgruppengerecht vor, am besten an der Anlage selbst mit einem vereinfachten Fließschema. Abfälle werden getrennt, Schrott verwertet, Prüfwasser nur nach Freigabe eingeleitet. Zum Abschluss vergleicht die Projektbeurteilung Soll und Ist bei Zeit, Kosten und Qualität, sucht die Ursachen von Abweichungen und hält die Erkenntnisse für künftige Projekte fest.
Das solltest du dir merken
- Kraft auf einen Deckel ist Druck mal Fläche; 1 bar entspricht 0,1 N/mm².
- Vor der Druckprüfung Sicherheitsventile und Messgeräte ausbauen oder absperren.
- Füllen am Tiefpunkt, entlüften am Hochpunkt.
- Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistung, Mängel kommen mit Frist ins Protokoll.
- Abweichungen im Soll-Ist-Vergleich begründen, nicht die Planwerte nachträglich anpassen.
Formeln
- Kraft auf einen Deckel
- Kraft in N, Druck in N/mm² (1 bar = 0,1 N/mm²), wirksamer Durchmesser in mm
- Planabweichung
- Abweichung in Prozent, Ist und Soll in derselben Einheit, etwa Stunden oder Euro
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Druck in bar direkt mit der Fläche in mm² multipliziert; die Kraft wird zehnmal zu groß.
- Mit dem Durchmesser statt mit der Kreisfläche gerechnet oder die Division durch 4 vergessen.
- Die Leitung nicht entlüftet; eingeschlossene Luft verfälscht die Prüfung und speichert Energie.
- Prozentuale Abweichung auf den Istwert statt auf den Sollwert bezogen.
Tipps aus der Werkstatt
- Deckelkraft: bar durch 10 ergibt N/mm², mal π · d² / 4 ergibt N. Wer bar direkt einsetzt, liegt zehnfach daneben. Druckprüfung: unten füllen, oben entlüften, Sicherheitsventile raus. Mit der Abnahme beginnt die Gewährleistung.
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13 Aufgaben zu „Errichten, Prüfen, Präsentieren und Projektbeurteilung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 12 (Planen und Realisieren von Systemen der Anlagentechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.