Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Hebezeuge und Lastaufnahmemittel
Hebezeuge und Lastaufnahmemittel in der Zerspanung: Kran und Kettenzug, Traverse, Vakuumheber, Magnet, Ringschraube, Prüfpflichten und Futterwechsel.
Darum geht es
Schwere Rohteile, Vorrichtungen und Spannfutter werden mit Hebezeugen bewegt: Kettenzug, Säulen- oder Wandschwenkkran, Hallenkran. Ein Kran ist ein Hebezeug, das die Last zusätzlich in eine oder mehrere Richtungen bewegt. Zu den Lastaufnahmeeinrichtungen gehören Tragmittel wie Haken und Unterflasche, Lastaufnahmemittel wie Traverse, Lasthebemagnet und Vakuumheber sowie Anschlagmittel wie Ketten und Hebebänder. Alles, was unter dem Haken hängt, zählt zur Last. Die Masse eines Rohteils berechnet man vorher aus Volumen und Dichte.
Lasthebemagnete halten nur ferromagnetische Werkstoffe, ihre Haftkraft sinkt mit Luftspalt, Zunder und dünnem Material. Vakuumheber brauchen dichte, saubere Flächen und halten die Last bei Energieausfall noch kurze Zeit, verbunden mit einer Warnung. Ringschrauben DIN 580 werden ganz eingeschraubt und dürfen nicht quer zur Ringebene belastet werden. Beim Flaschenzug teilt sich die Gewichtskraft auf die tragenden Seilstränge auf, Reibung erhöht die Zugkraft.
Krane werden vor der ersten Inbetriebnahme und danach mindestens jährlich von einer befähigten Person geprüft, die Ergebnisse stehen im Prüfbuch. Lastaufnahmeeinrichtungen werden ebenfalls mindestens jährlich geprüft, Rundstahlketten zusätzlich spätestens alle drei Jahre auf Risse. Kranführer sind in der Regel volljährig, geeignet, unterwiesen und beauftragt; bei Arbeitsbeginn prüfen sie Bremsen und Notendhalteinrichtungen. Beim Futter- oder Werkstückwechsel wird die Maschine gesichert, die Last mit dem Kran vorgespannt, bevor die letzte Schraube gelöst wird, und auf die zulässige Tischbelastung geachtet.
Das solltest du dir merken
- Traverse und Anschlagmittel zählen zur Last am Haken.
- Krane und Lastaufnahmeeinrichtungen werden mindestens jährlich von einer befähigten Person geprüft.
- Ringschrauben ganz einschrauben, nie quer zur Ringebene belasten.
- Lasthebemagnete verlieren Haftkraft durch Luftspalt, Zunder und dünnes Material.
- Beim Futterwechsel erst mit dem Kran vorspannen, dann die Schrauben lösen.
Formeln
- Zugkraft am Flaschenzug
- Masse in kg, m/s², Zahl der tragenden Seilstränge, Wirkungsgrad
- Masse eines zylindrischen Rohteils
- und in dm, Dichte in kg/dm³ (Stahl 7,85)
Typische Fehler in der Prüfung
- Eigenmasse der Traverse bei der Tragfähigkeit des Hebezeugs vergessen.
- Beim Flaschenzug den Wirkungsgrad multipliziert statt dividiert.
- Prüffrist der Lastaufnahmemittel mit der Drei-Jahres-Rissprüfung von Ketten verwechselt.
- Lasthebemagnet für Teile aus Aluminium oder austenitischem Edelstahl eingesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Alles unter dem Haken zählt zur Last, auch Traverse und Ketten. Beim Flaschenzug teilst du die Gewichtskraft durch Stränge mal Wirkungsgrad. Krane und Lastaufnahmemittel prüft die befähigte Person mindestens jährlich; die drei Jahre betreffen die zusätzliche Rissprüfung von Rundstahlketten.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Hebezeuge und Lastaufnahmemittel“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 12 (Vorbereiten und Durchführen eines Einzelfertigungsauftrages); DGUV Vorschrift 52. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.