Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Fertigung planen
Fertigung eines Einzelteils planen: Schneidstoff nach ISO 513, Wendeschneidplatte nach ISO 1832, Schnittkraft nach Kienzle, Leistung, Rautiefe und Kegel.
Darum geht es
Beim Einzelteil zählt, dass es auf Anhieb gelingt. Sie wählen Rohteil, Aufspannungen und Bearbeitungsfolge so, dass zusammengehörige Flächen in einer Aufspannung entstehen. Muss umgespannt werden, helfen ausgedrehte weiche Backen oder das Spannen zwischen Spitzen. Den Schneidstoff wählen Sie nach der Anwendungsgruppe der ISO 513: P für Stahl, M für nichtrostenden Stahl, K für Guss, N für Nichteisenmetalle, S für warmfeste Legierungen, H für gehärteten Stahl. Für gehärtete Werkstoffe kommt CBN infrage, für Aluminium PKD.
Die Bezeichnung einer Wendeschneidplatte nach ISO 1832 nennt Grundform, Freiwinkel, Toleranz, Befestigung, Schneidenlänge, Dicke und Eckenradius. Der Eckenradius bestimmt zusammen mit dem Vorschub die theoretische Rautiefe. Für eine geforderte Oberfläche rechnen Sie daraus den größten Vorschub. Beim Schruppen zählen Zeitspanvolumen, Schnittkraft und Leistung.
Die Schnittkraft nach Kienzle hängt von Spanungsquerschnitt und spezifischer Schnittkraft ab. Die spezifische Schnittkraft steigt, wenn die Spanungsdicke kleiner wird; ihr Hauptwert gilt für 1 mm × 1 mm. Aus Schnittkraft und Schnittgeschwindigkeit folgt die Schnittleistung, mit dem Wirkungsgrad die Antriebsleistung. Für Kegel berechnen Sie den Einstellwinkel aus Durchmesserdifferenz und Kegellänge.
Das solltest du dir merken
- Anwendungsgruppen P, M, K, N, S, H kennen und Farben zuordnen.
- Bei CNMG 120408 ist 08 der Eckenradius 0,8 mm.
- Doppelter Vorschub ergibt die vierfache theoretische Rautiefe.
- Kleine Spanungsdicke heißt große spezifische Schnittkraft.
- Zusammengehörige Flächen in einer Aufspannung fertigen.
Formeln
- Theoretische Rautiefe
- Vorschub in mm, Eckenradius in mm, in mm (mal 1000 für µm)
- Schnittkraft nach Kienzle
- Spanungsbreite, Spanungsdicke, Werkstoffexponent
- Schnittleistung
- in N, in m/min, in kW; Antriebsleistung
- Einstellwinkel beim Kegeldrehen
- großer, kleiner Durchmesser, Kegellänge
Typische Fehler in der Prüfung
- Rautiefe in Mikrometern ohne Umrechnung in die Formel mit Millimetern eingesetzt.
- Beim Kegel die Durchmesserdifferenz nicht halbiert.
- Schnittleistung mit der Antriebsleistung verwechselt.
- PKD für Stahl gewählt.
Probier eine Aufgabe aus
Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenBeim Längsdrehen werden , und der Einstellwinkel gefahren. Für den Werkstoff gelten und . Berechnen Sie die Schnittkraft nach Kienzle. Runden Sie auf ganze Newton.
Tipps aus der Werkstatt
- Die letzten beiden Ziffern der Wendeschneidplatte sind der Eckenradius in Zehntelmillimetern: 04 sind 0,4 mm, 08 sind 0,8 mm. Für die Rautiefe gilt f² durch 8 r, doppelter Vorschub gibt also vierfache Rautiefe. Rechne Rth in mm, dann mal 1000 für µm.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
16 Aufgaben zu „Fertigung planen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 12 (Vorbereiten und Durchführen eines Einzelfertigungsauftrages). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.