Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Handhabung und automatisierte Werkstückzuführung
Automatisierte Werkstückzuführung: Handhabungsfunktionen, Magazin und Bunker, Wendelförderer, Stangenlader, Palettenspeicher, RFID und Roboterbeladung.
Darum geht es
Damit eine Werkzeugmaschine ohne Bediener arbeiten kann, müssen Werkstücke gespeichert, vereinzelt, geordnet, eingelegt, gespannt und kontrolliert werden. VDI 2860 fasst das in den Handhabungsfunktionen Speichern, Mengen verändern, Bewegen, Sichern und Kontrollieren zusammen. Ein Bunker nimmt Teile ungeordnet als Schüttgut auf, ein Magazin hält sie geordnet bereit. Vibrationswendelförderer ordnen Kleinteile: Falsch liegende Teile werden von Schikanen abgeworfen und fallen zurück.
An Drehmaschinen führt ein Stangenlader Stangenmaterial durch die Spindel nach. Wie viele Teile eine Stange ergibt, folgt aus nutzbarer Länge geteilt durch Teillänge plus Abstichbreite, abgerundet. Bearbeitungszentren arbeiten mit Palettenwechslern und Palettenspeichern: Gespannt wird hauptzeitparallel am Rüstplatz, und die Summe der Palettenlaufzeiten ergibt die mannlose Laufzeit. Roboter mit Doppelgreifer tauschen Roh- und Fertigteil in einem Zug, die Maschine startet erst nach Spannkontrolle und Freigabe des Arbeitsraums.
Damit die Zelle weiß, was sie bearbeitet, tragen Paletten und Werkzeuge Datenträger. RFID lässt sich berührungslos lesen und neu beschreiben, ein eingelaserter Code ist dauerhaft, aber nur lesbar. Die Auftragsdaten kommen aus dem MES, das zwischen ERP-System und Maschinen steht. Bei der Planung betrachtet man Stoff-, Energie- und Informationsfluss und denkt an die mannlose Schicht: Werkzeugstandzeit, Schwesterwerkzeuge, Späneabfuhr, Kühlschmierstoff und Überwachung auf Werkzeugbruch.
Das solltest du dir merken
- Die fünf Handhabungsfunktionen sind Speichern, Mengen verändern, Bewegen, Sichern und Kontrollieren.
- Im Magazin liegen Teile geordnet, im Bunker ungeordnet.
- Teile je Stange immer abrunden.
- Palettenwechsler erlauben Spannen parallel zur Hauptzeit.
- RFID ist berührungslos und wiederbeschreibbar.
Formeln
- Teile je Stange
- Stangenlänge, Reststück, Teillänge, Breite des Abstechstahls; Ergebnis abrunden
- Mannlose Laufzeit mit Palettenspeicher
- Paletten, Werkstücke je Palette, Bearbeitungszeit je Stück, Wechselzeit je Palette
Typische Fehler in der Prüfung
- Abstichbreite bei den Teilen je Stange vergessen.
- Teilezahl aufgerundet, obwohl das letzte Teil nicht vollständig ist.
- Palettenwechselzeit nur einmal statt je Palette berücksichtigt.
- Eingelaserten Code für wiederbeschreibbar gehalten.
Tipps aus der Werkstatt
- Teile je Stange: nutzbare Länge durch Teillänge plus Abstichbreite, dann immer abrunden. Beim Palettenspeicher kommt die Wechselzeit einmal je Palette dazu. Magazin heißt geordnet, Bunker heißt ungeordnet.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Handhabung und automatisierte Werkstückzuführung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 11 (Planen und Organisieren rechnergestützter Fertigung). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.