Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Arbeitsplanung
Arbeitsplanung beim Zerspanen: Inhalt des Arbeitsplans, Vorgabezeit nach REFA, Hauptnutzungszeit, Maschinenstundensatz und kritische Stückzahl.
Darum geht es
Der Arbeitsplan legt fest, wie ein Teil entsteht: Arbeitsgänge in sinnvoller Reihenfolge, Maschine, Spannmittel, Werkzeuge, Schnittwerte und Vorgabezeiten. Die Reihenfolge folgt technischen Regeln: zuerst Bezugsflächen schaffen, schruppen vor schlichten, Wärmebehandlung vor dem Schleifen, Prüfen am Ende jedes kritischen Schritts.
Die Vorgabezeit nach REFA setzt sich aus Rüstzeit und Ausführungszeit zusammen. Die Rüstzeit fällt einmal je Auftrag an, die Ausführungszeit ist die Menge mal der Zeit je Einheit. Die Zeit je Einheit enthält Grundzeit, Erholungszeit und Verteilzeit. Den spanenden Anteil berechnen Sie als Hauptnutzungszeit aus Vorschubweg, Schnittanzahl, Drehzahl und Vorschub. Den Vorschubweg verlängern An- und Überlauf. Die Drehzahl folgt beim Drehen aus Schnittgeschwindigkeit und Durchmesser.
Kosten entstehen durch Zeit an der Maschine. Der Maschinenstundensatz verteilt die Jahreskosten der Maschine, also Abschreibung, kalkulatorische Zinsen, Raum, Energie und Instandhaltung, auf die Laufstunden. Je höher die Auslastung, desto kleiner der Stundensatz. Stehen zwei Verfahren zur Wahl, vergleicht man Fixkosten und Kosten je Stück; die kritische Stückzahl zeigt, ab wann sich das Verfahren mit höherem Rüstaufwand lohnt.
Das solltest du dir merken
- Auftragszeit gleich Rüstzeit plus Menge mal Zeit je Einheit.
- Vorschubweg ist Werkstücklänge plus An- und Überlauf.
- Zinsen werden auf den halben Anschaffungswert gerechnet.
- Große Lose senken die Rüstkosten je Stück, binden aber Kapital.
- Höhere Schnittgeschwindigkeit spart Hauptzeit, kostet aber Standzeit.
Formeln
- Auftragszeit nach REFA
- Rüstzeit, Menge, Zeit je Einheit
- Hauptnutzungszeit beim Längsdrehen
- Vorschubweg in mm, Anzahl der Schnitte, Drehzahl in 1/min, Vorschub in mm
- Drehzahl aus der Schnittgeschwindigkeit
- in m/min, in mm, in 1/min
- Maschinenstundensatz
- Jahreskosten in Euro geteilt durch die Laufstunden im Jahr
Typische Fehler in der Prüfung
- An- und Überlauf beim Vorschubweg vergessen.
- Schnittgeschwindigkeit in m/min ohne den Faktor 1000 durch den Durchmesser in mm geteilt.
- Zinsen auf den vollen statt auf den halben Anschaffungswert gerechnet.
- Kritische Stückzahl nicht auf die nächste ganze Zahl aufgerundet.
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ZufallszahlenFür einen Auftrag über Teile sind die Rüstzeit und die Zeit je Einheit vorgegeben. Berechnen Sie die Auftragszeit in Stunden. Runden Sie auf zwei Nachkommastellen.
Tipps aus der Werkstatt
- Bei der Hauptnutzungszeit vergessen viele An- und Überlauf und die Zahl der Schnitte. Rechne der Reihe nach: Drehzahl aus vc mal 1000 durch Pi mal d, dann Vorschubweg L = l + la + lu, dann th = L mal i durch n mal f. Beim Maschinenstundensatz Zinsen nur auf den halben Anschaffungswert.
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14 Aufgaben zu „Arbeitsplanung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 11 (Planen und Organisieren rechnergestützter Fertigung). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.