Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Prozesse optimieren
Fertigungsprozesse optimieren: Zeitspanvolumen, Reihenfolge der Schnittwerte, Gesamtanlageneffektivität, Rüstzeitverkürzung, Engpass und PDCA-Zyklus.
Darum geht es
Ein Fertigungsprozess wird schneller, billiger oder sicherer, wenn man gezielt an den größten Verlusten ansetzt. Beim Schruppen ist das Zeitspanvolumen der Maßstab: das Volumen, das je Minute zerspant wird. Man nutzt zuerst die mögliche Schnitttiefe aus, erhöht dann den Vorschub und passt zuletzt die Schnittgeschwindigkeit an, weil sie die Standzeit am stärksten verkürzt. Grenzen setzen Leistung und Drehmoment der Maschine, die Spannung, die Steifigkeit von Werkstück und Werkzeug und die Rattergefahr. Moderne Strategien wie trochoidales Fräsen oder Hochvorschubfräsen verschieben diese Grenzen.
Die Gesamtanlageneffektivität OEE zeigt, wie gut eine Maschine genutzt wird. Sie ist das Produkt aus Verfügbarkeit, Leistungsgrad und Qualitätsrate. Störungen, Rüsten und Warten mindern die Verfügbarkeit, langsames Fahren und kurze Stopps den Leistungsgrad, Ausschuss und Nacharbeit die Qualität. In einer Linie bestimmt die langsamste Station den Ausstoß; Verbesserungen am Engpass wirken, alle anderen erzeugen nur Wartezeit.
Rüstzeiten verkürzt man nach der SMED-Methode, indem man externes Rüsten, das während der laufenden Fertigung möglich ist, vom internen Rüsten bei stehender Maschine trennt und so viel wie möglich nach außen verlagert. Nullpunktspannsysteme und Werkzeugvoreinstellung helfen dabei. Jede Verbesserung läuft im PDCA-Zyklus: planen, erproben, messen und als Standard festschreiben. Auch Fähigkeitskennwerte zeigen, wo anzusetzen ist: Ein großer Unterschied zwischen cp und cpk deutet auf eine falsche Prozesslage hin, nicht auf zu große Streuung.
Das solltest du dir merken
- Erst Schnitttiefe, dann Vorschub, zuletzt Schnittgeschwindigkeit erhöhen.
- OEE ist ein Produkt, kein Mittelwert.
- Nur Verbesserungen am Engpass erhöhen den Ausstoß einer Linie.
- Rüsten so weit wie möglich auf externes Rüsten verlagern.
- Ohne Messung im Check-Schritt bleibt jede Verbesserung eine Vermutung.
Formeln
- Zeitspanvolumen beim Drehen
- und in mm, in m/min, Ergebnis in cm³/min
- Zeitspanvolumen beim Fräsen
- Schnitttiefe, Eingriffsbreite in mm, in mm/min, Ergebnis in cm³/min
- Gesamtanlageneffektivität
- Verfügbarkeit, Leistungsgrad, Qualitätsrate, jeweils als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Die drei OEE-Faktoren addiert oder gemittelt statt multipliziert.
- Beim Fräsen den Faktor 1000 von mm³ auf cm³ vergessen.
- Zuerst die Schnittgeschwindigkeit erhöht und dadurch die Standzeit verloren.
- Eine Station verbessert, die nicht der Engpass ist.
Tipps aus der Werkstatt
- Beim Optimieren der Schnittwerte lautet die Reihenfolge: erst die Schnitttiefe ausnutzen, dann den Vorschub erhöhen, zuletzt die Schnittgeschwindigkeit. Die OEE ist ein Produkt: 90 % mal 85 % mal 98 % sind nur 75 %, kein Mittelwert von 91 %.
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14 Aufgaben zu „Prozesse optimieren“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 10 (Optimieren des Fertigungsprozesses). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.