Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Fertigungskosten
Fertigungskosten für Zerspaner: Maschinenstundensatz, fixe und variable Kosten, kritische Stückzahl, Werkzeugkosten je Teil und Zuschlagskalkulation.
Darum geht es
Was ein Drehteil kostet, hängt vor allem von der Zeit ab, die es Maschine und Mensch beansprucht. Der Maschinenstundensatz fasst die Kosten einer Maschine je Laufstunde zusammen: kalkulatorische Abschreibung, kalkulatorische Zinsen auf das gebundene Kapital, Raum-, Energie- und Instandhaltungskosten. Die Summe wird durch die geplanten Laufstunden geteilt. Läuft die Maschine weniger, verteilen sich die fixen Kosten auf weniger Stunden, und der Stundensatz steigt.
Fixe Kosten fallen unabhängig von der Stückzahl an, variable Kosten wachsen mit jedem Teil. Beim Vergleich zweier Verfahren hat die CNC-Maschine meist höhere Rüstkosten durch Programmierung und Einrichten, aber niedrigere Kosten je Stück. Bei der kritischen Stückzahl sind beide gleich teuer, darüber lohnt sich das Verfahren mit den niedrigeren Stückkosten. Zu den Fertigungskosten je Teil gehören auch die Werkzeugkosten, also der Anteil der Schneide und die Kosten des Wechsels.
In der Zuschlagskalkulation werden Material- und Fertigungskosten zu den Herstellkosten addiert, dann Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten zu den Selbstkosten und schließlich der Gewinn zum Angebotspreis. Für Zerspaner ist wichtig zu verstehen, wie Losgröße, Auslastung, Hauptzeit und Standzeit in diese Rechnung eingehen. So lassen sich Vorschläge zur Optimierung mit Zahlen begründen.
Das solltest du dir merken
- Maschinenstundensatz gleich Maschinenkosten je Jahr durch Laufstunden je Jahr.
- Zinsen rechnet man vom halben Anschaffungswert.
- Weniger Laufstunden machen jede Stunde teurer.
- Über der kritischen Stückzahl gewinnt das Verfahren mit den niedrigeren Stückkosten.
- Wechselzeit gehört zu den Werkzeugkosten je Teil.
Formeln
- Maschinenstundensatz
- Abschreibung, Zinsen, Raum-, Energie- und Instandhaltungskosten je Jahr, Laufstunden je Jahr
- Kritische Stückzahl
- fixe Kosten (Rüsten), variable Kosten je Stück der Verfahren 1 und 2
- Fertigungskosten je Stück
- Zeiten in h, Maschinen- und Lohnkostensatz in €/h
- Werkzeugkosten je Teil
- Kosten je Schneide, Wechselzeit in h, Standmenge
Typische Fehler in der Prüfung
- Zinsen vom vollen statt vom halben Anschaffungswert gerechnet.
- Minuten und Stunden beim Stundensatz gemischt.
- Bei der kritischen Stückzahl Rüst- und Stückkosten vertauscht.
- Die Rüstkosten nicht auf das Los verteilt.
Tipps aus der Werkstatt
- Kalkulatorische Zinsen rechnest du vom halben Anschaffungswert, weil das gebundene Kapital durch die Abschreibung im Mittel nur halb so groß ist. Und rechne Zeiten vor dem Multiplizieren mit dem Stundensatz in Stunden um, 6 min sind 0,1 h.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Fertigungskosten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 10 (Optimieren des Fertigungsprozesses). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.