Lernfeld 8 · Prüfung Teil 2
Sensoren, Aktoren, Ablaufdarstellung und SPS
Werkzeugsensorik und Ablaufsteuerung: Fehlvorschub, Teilekontrolle, Doppelblech, Werkzeuginnendruck, GRAFCET, Programmablaufplan und Technologieschema.
Darum geht es
Sensoren melden der Steuerung Zustände, Aktoren wie Zylinder, Motoren und Ventile führen Befehle aus. Teure Werkzeuge schützt eine eigene Werkzeugsensorik: In Folgeverbundwerkzeugen zeigen federnde Suchstifte mit Näherungsschaltern einen Fehlvorschub, Lichtschranken unter dem Werkzeug prüfen, ob das Stanzteil gefallen ist, Doppelblechsensoren erkennen zwei aneinanderhaftende Platinen, bei Stahlblech meist magnetisch bzw. induktiv. In Spritzgießwerkzeugen messen Werkzeuginnendrucksensoren, häufig piezoelektrisch, den Druck im Formnest, Thermoelemente die Formtemperatur, Näherungsschalter die Endlagen von Schiebern und Kernzügen. Jeder Sensor wird in einem festen Zeitfenster des Ablaufs ausgewertet, etwa nach der Fallzeit des Teils oder in einem Kurbelwinkelbereich der Presse.
Abläufe stellt man vor dem Programmieren grafisch dar. Das Technologieschema zeigt die Lage von Aktoren und Sensoren mit ihren Bezeichnungen und Bewegungsrichtungen. Der GRAFCET nach DIN EN 60848 gliedert den Ablauf in Schritte mit Aktionen und Transitionen mit Weiterschaltbedingungen; der Anfangsschritt hat einen doppelten Rahmen, kontinuierlich wirkende Aktionen gelten nur im aktiven Schritt, speichernd wirkende bis zum Rücksetzen. Der Programmablaufplan nach DIN 66001 nutzt Rechtecke für Operationen, Rauten für Verzweigungen und Parallelogramme für Ein- und Ausgaben.
Umgesetzt wird der Ablauf heute fast immer in einer SPS nach DIN EN 61131-3. Zeitüberwachungen je Schritt erkennen, wenn eine Endlage nicht rechtzeitig kommt; eingestellt werden sie mit einem Zuschlag auf die normale Fahrzeit. Hält ein Temperiergerät die Formtemperatur über ein Thermoelement, liegt eine Regelung mit geschlossenem Wirkungsablauf vor, keine Steuerung.
Das solltest du dir merken
- Jede Transition braucht eine Weiterschaltbedingung, meist eine Sensorrückmeldung oder eine abgelaufene Zeit.
- Werkzeugsensoren nur im passenden Zeitfenster des Hubs oder Zyklus auswerten.
- Werkzeuginnendruck misst man häufig piezoelektrisch mit Ladungsverstärker.
- Raute ist Verzweigung, Rechteck Operation, Parallelogramm Ein- oder Ausgabe.
- Regelung misst und vergleicht fortlaufend, Steuerung arbeitet im offenen Wirkungsablauf.
Formeln
- Fallzeit eines Teils
- in s, Fallhöhe in m,
- Zeitüberwachung eines Schritts
- Überwachungszeit in s, Zuschlagsfaktor, Weg in m, Geschwindigkeit in m/s
Typische Fehler in der Prüfung
- Teilekontrolle zu früh abgefragt, bevor das Teil die Lichtschranke erreichen kann.
- Auswerfer vor dem Ziehen des Kerns gestartet; das Formteil wird zerstört.
- Doppelten Rahmen des GRAFCET-Anfangsschritts in den Programmablaufplan übernommen.
- Zeitgesteuerte Blasluft für eine Regelung gehalten.
Tipps aus der Werkstatt
- In jeder GRAFCET-Transition steht eine Rückmeldung, meist ein Sensor. Werkzeugsensoren nur im passenden Zeitfenster abfragen: Ein Stanzteil braucht für 35 cm freien Fall schon gut eine Viertelsekunde. Erst Kern ziehen, dann auswerfen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Sensoren, Aktoren, Ablaufdarstellung und SPS“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Werkzeugmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 8 (Planen und Inbetriebnehmen steuerungstechnischer Systeme); DIN EN 60848. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.