Lernfeld 8 · Prüfung Teil 1
Heben und Tragen, Hebezeuge und Entsorgung
Heben, Tragen und Anschlagen im Metallbau: Glas und Elemente sicher bewegen, Strangkraft, Rundschlingen, Traverse sowie Entsorgung und Wiederverwendung.
Darum geht es
Fensterelemente, Glasscheiben und Torflügel sind schwer und unhandlich. Nach der Lastenhandhabungsverordnung bewegt man sie möglichst mit Hilfsmitteln: Transportwagen, Glasböcke, Vakuumsaugheber oder Kran. Vor dem Ansaugen werden Saugteller und Glas gesäubert, die Vakuumanzeige muss im sicheren Bereich stehen. Wird von Hand getragen, dann zu mehreren, mit Schnittschutzhandschuhen und Sicherheitsschuhen und über einen freigeräumten Weg.
Beim Anschlagen bestimmt man zuerst Masse und Schwerpunkt, wählt dann Anschlagmittel nach Tragfähigkeit und Neigungswinkel und prüft sie auf Schäden. Mit wachsendem Neigungswinkel steigt die Strangkraft; über 60° wird nicht angeschlagen. Im Schnürgang trägt eine Rundschlinge nur das 0,8-Fache, an Kanten schützt ein Kantenschutz. Ein unlesbares Etikett, Schnitte bis auf die Fasern oder Hitze- und Chemikalienschäden machen textile Anschlagmittel ablegereif. Lange, schlanke Teile wie Geländer hängt man an eine Traverse, damit sie nicht zusammengedrückt werden.
Bei Demontage und Fertigung fallen Reststoffe an. Sie werden sortenrein getrennt: Metalle nach Sorte als Schrott, Flachglas für sich, Beizpastenreste und ölgetränkte Lappen in der Regel als gefährlicher Abfall in gekennzeichneten, dicht schließenden Behältern. Gut erhaltene Beschläge und Bauteile prüft man auf Wiederverwendung, denn nach der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes kommen Vermeidung und Vorbereitung zur Wiederverwendung vor Recycling, sonstiger Verwertung und Beseitigung.
Das solltest du dir merken
- Schwere Lasten mit Hilfsmitteln bewegen, Elemente am Blendrahmen tragen.
- Strangkraft gleich Gewichtskraft geteilt durch Anzahl der Stränge mal Kosinus des Neigungswinkels.
- Über 60° Neigungswinkel nicht anschlagen; Schnürgang verringert die Tragfähigkeit auf 80 %.
- Ohne lesbares Etikett kein Einsatz eines Anschlagmittels.
- Reststoffe sortenrein trennen, gefährliche Abfälle gesondert sammeln.
Formeln
- Strangkraft bei gleichmäßiger Lastverteilung
- Kraft je Strang in N, Gewichtskraft in N, Anzahl der tragenden Stränge, Neigungswinkel gegen die Senkrechte
- Masse einer Glasscheibe
- Masse in kg, , , Länge, Breite und gesamte Glasdicke in dm, Dichte (etwa 2,5 kg/dm³)
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Neigungswinkel gegen die Waagrechte statt gegen die Senkrechte eingesetzt.
- Bei Isolierglas nur eine Scheibendicke gerechnet.
- Rundschlinge nach der Farbe eingesetzt, obwohl das Etikett fehlt.
- Beizpastenreste oder Ölreste in den Restmüll oder Ausguss gegeben.
Tipps aus der Werkstatt
- Strangkraft = Gewichtskraft durch (Stränge mal cos β), β gegen die Senkrechte. Über 60° nie anschlagen, Schnürgang nur 80 % Tragfähigkeit. Kein Etikett, kein Einsatz. Beizpaste und Öllappen sind gefährlicher Abfall.
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13 Aufgaben zu „Heben und Tragen, Hebezeuge und Entsorgung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 8 (Demontieren und Montieren von Baugruppen in der Werkstatt). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.