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Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1

Zeichnungen, Abwicklungen und Blechversteifungen

Blechbauteile im Metallbau: Aufmaß beim Kunden, Zeichnung und Stückliste, wahre Längen, Abwicklung mit Ausgleichswert und Blechversteifungen.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Im Metallbauhandwerk beginnt ein Blechbauteil meist beim Kunden: Mauerabdeckung, Fensterbank, Briefkastenanlage oder Verkleidung werden vor Ort aufgemessen. Die Aufmaßskizze hält Längen, Breiten an mehreren Stellen, Eckwinkel und Anschlüsse fest, denn Mauern und Öffnungen sind selten genau gerade und rechtwinklig. Aus der Skizze entstehen Gesamtzeichnung, Stückliste und Einzelteilzeichnungen, heute meist im CAD-Programm. Der Kunde gibt die Zeichnung frei, bevor zugeschnitten wird.

Für den Zuschnitt braucht man die Abwicklung. Schräge Kanten erscheinen in Ansichten verkürzt; ihre wahre Länge ergibt sich aus der Länge in der Ansicht und dem Höhenunterschied nach Pythagoras. Beim Kanten wird die Außenseite gedehnt und die Innenseite gestaucht. Sind die Schenkel außen bemaßt, zieht man je Kantung einen Ausgleichswert ab, den die Biegetabelle der Werkstatt für Blechdicke, Werkstoff und Werkzeug angibt. Bei Gehrungen halbiert die Schnittlinie den gemessenen Eckwinkel.

Dünne Bleche beulen leicht. Statt dickerem Blech nutzt man die Form: Sicken und Kreuzbruch versteifen Flächen, Umschläge und Abkantungen den Rand, aufgeschweißte oder geklebte Profile große Felder. Bei Sichtteilen aus geschliffenem Edelstahl gehört die Schliffrichtung in Zeichnung und Schachtelplan, die Schutzfolie bleibt bis zur Montage auf dem Blech.

Das solltest du dir merken

  • Erst Aufmaß und Freigabe der Zeichnung, dann Zuschnitt; Maße nie aus der Zeichnung herausmessen.
  • Außen bemaßte Kantteile werden um den Ausgleichswert je Kantung kürzer als die Summe der Außenmaße.
  • Die wahre Länge einer schrägen Kante ist die Hypotenuse aus Ansichtslänge und Höhe.
  • Die Gehrungslinie halbiert den gemessenen Eckwinkel, nicht immer 45°.
  • Steifigkeit entsteht durch Form, etwa Sicke, Umschlag oder Abkantung.

Formeln

Zuschnitt eines Kantteils mit Ausgleichswert
Zuschnitt in mm, , , Außenmaße in mm, Zahl der Kantungen, Ausgleichswert je Kantung in mm (negativ)
Wahre Länge einer schrägen Kante
wahre Länge, Länge in der Ansicht, Höhenunterschied, alles in mm
Gehrungswinkel
Winkel der Schnittlinie zur Längskante, gemessener Eckwinkel

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den Eckwinkel nicht gemessen und mit 45° auf Gehrung geschnitten; an der Außenkante klafft ein Spalt.
  • Außenmaße addiert und den Ausgleichswert vergessen; das Kantteil wird zu breit.
  • Mit der verkürzten Kantenlänge aus der Draufsicht abgewickelt statt mit der wahren Länge.
  • Teile aus geschliffenem Edelstahl beliebig geschachtelt; die Front wirkt fleckig.

Tipps aus der Werkstatt

  • Erst messen, dann rechnen: Mauern und Öffnungen sind selten rechtwinklig. Den Eckwinkel aufmessen und halbieren, nicht einfach 45° schneiden. Bei außen bemaßten Kantteilen je Kantung den Ausgleichswert aus der Biegetabelle abziehen, sonst wird das Teil zu breit.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Zeichnungen, Abwicklungen und Blechversteifungen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 5 (Herstellen von Blechbauteilen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.