Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Instandhaltungs- und Ausfallkosten, Qualitätsmanagement
Instandhaltungs- und Ausfallkosten, Verfügbarkeit, Kostenoptimum, Reklamationen und Qualitätsmanagement mit WPK nach DIN EN 1090 im Metallbau.
Darum geht es
Instandhaltungskosten sind Lohn, Ersatzteile, Fahrten und Fremdleistungen. Ausfallkosten entstehen beim Betreiber, solange die Anlage nicht verfügbar ist: entgangener Umsatz, wartendes Personal, Bewachung offener Zugänge. Mit wachsendem Instandhaltungsaufwand steigen die Instandhaltungskosten, die Ausfallkosten sinken. Das Kostenoptimum liegt dort, wo die Summe beider am kleinsten ist. Ein Kostenvergleich ohne Ausfallkosten lässt vorbeugende Wartung zu teuer erscheinen.
Die Verfügbarkeit gibt an, welcher Anteil der geforderten Betriebszeit eine Anlage tatsächlich nutzbar war. Sie steigt mit weniger Ausfällen und mit kürzerer Stillstandsdauer, etwa durch schnelle Reaktion und Ersatzteile im Fahrzeug. Für den Rechnungsbetrag eines Kundendiensteinsatzes addiert man Lohn, Fahrtkosten und Material und schlägt die Umsatzsteuer auf.
Qualitätsmanagement soll Fehler verhindern statt nur nachzubessern. Reklamationen werden erfasst, Ursachen gesucht und Korrekturmaßnahmen festgelegt, zum Beispiel nach dem PDCA-Zyklus. Werkzeuge sind Prüflisten, Fehlersammellisten, Pareto- und Ishikawa-Diagramme. Nach der Zehnerregel steigen Fehlerkosten von Planung über Werkstatt bis zur Baustelle jeweils etwa auf das Zehnfache. Für tragende Bauteile verlangt DIN EN 1090-1 eine zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle als Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung.
Das solltest du dir merken
- Ausfallkosten trägt der Betreiber; sie gehören in jeden Vergleich der Strategien.
- Das Kostenoptimum ist das Minimum der Gesamtkosten, nicht der Schnittpunkt der Kurven.
- Verfügbarkeit ist verfügbare Zeit durch geforderte Betriebszeit.
- Fehler früh finden ist am billigsten; jede spätere Stufe kostet etwa das Zehnfache.
- Ohne werkseigene Produktionskontrolle keine CE-Kennzeichnung tragender Bauteile.
Formeln
- Verfügbarkeit
- Verfügbarkeit in %, geforderte Betriebszeit in h, Summe der Stillstandszeiten in h
- Gesamtkosten der Instandhaltung
- Gesamtkosten, Instandhaltungskosten, Ausfallkosten, jeweils in € je Jahr
- Rechnungsbetrag
- Bruttobetrag in €, Arbeitszeit in h, Stundenverrechnungssatz in €/h, Fahrtkosten, Material in €
Typische Fehler in der Prüfung
- Ausfallkosten im Strategievergleich vergessen; die Wartung erscheint dann unwirtschaftlich.
- Bei Fahrtkosten nur die einfache Strecke berechnet, obwohl Hin- und Rückfahrt vereinbart sind.
- Die Umsatzsteuer nur auf den Lohn statt auf den gesamten Nettobetrag aufgeschlagen.
- Eine Reklamation nur nachgebessert, ohne Ursache und Korrekturmaßnahme festzuhalten.
Probier eine Aufgabe aus
Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenEine automatische Schiebetür soll im Jahr betriebsbereit sein. Sie fiel 3-mal aus, jeder Stillstand dauerte im Mittel . Berechnen Sie die Verfügbarkeit in %. Runden Sie auf zwei Nachkommastellen.
Tipps aus der Werkstatt
- Beim Strategievergleich die Ausfallkosten nie vergessen, sonst sieht Wartung zu teuer aus. Das Kostenoptimum ist das Minimum der Summenkurve. Kilometer für Hin- und Rückfahrt zählen, Umsatzsteuer auf den ganzen Nettobetrag. Reklamation heißt: Ursache suchen, nicht nur nachbessern.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Instandhaltungs- und Ausfallkosten, Qualitätsmanagement“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 13a (Instandhalten von Systemen des Metall- und Stahlbaus); DIN EN 1090-1. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.