Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Fehlersuche, Verschleiß und Schadensbeurteilung
Fehler an Türen, Fenstern und Geländern systematisch finden: Fehlerbilder, Verschleißmechanismen, Korrosion, Restnutzungsdauer und Dokumentation.
Darum geht es
Fehlersuche beginnt mit Fragen: Was genau passiert, seit wann, unter welchen Bedingungen? Danach prüft man vom Einfachen zum Aufwendigen und von Teilsystem zu Teilsystem, bei einer Feststellanlage etwa Melder, Netzteil, Haftmagnet und Verkabelung nacheinander. Typische Fehlerbilder im Metallbau sind abgesackte Flügel mit schleifender Unterkante, schwergängige Fenstergriffe, zuschlagende Türen durch falsch eingestellte Schließer, wackelnde Geländerpfosten und Risse an Nahtübergängen.
Verschleiß entsteht durch Abrasion (harte Teilchen wie Sand furchen die Oberfläche), Adhäsion (Fressen bei Mangelschmierung), Oberflächenzerrüttung (Grübchen nach vielen Überrollungen) und tribochemische Reaktion (Reibrost bei kleinen Schwingbewegungen). Korrosion zeigt sich als Kontaktkorrosion bei Aluminium neben Edelstahl oder Kupfer, als Spaltkorrosion unter Scheiben und als Durchrosten von Hohlprofilen ohne Entwässerung. Die Restnutzungsdauer schätzt man aus dem bisher gemessenen Verschleiß und dem verbleibenden Abnutzungsvorrat bis zur Verschleißgrenze.
Ob eine Anlage weiterbetrieben werden darf, hängt von der Gefahr ab. Ein Riss an einer tragenden Naht oder ein lockeres Geländer in der Höhe führt zur sofortigen Sperrung und zur Abstimmung mit dem Tragwerksplaner. Jeder Befund wird mit Position aus dem Anordnungsplan, Foto, Messwert und Bewertung dokumentiert; so lassen sich Häufungen erkennen und die Strategie anpassen.
Das solltest du dir merken
- Erst befragen und Unterlagen lesen, dann Teilsysteme nacheinander prüfen, nicht wahllos Teile tauschen.
- Schleift ein Flügel unten auf der Schlossseite, sind meist die Bänder ausgeschlagen oder verstellt.
- Aluminium neben Edelstahl bei Feuchtigkeit korrodiert; trennen und Wasser ablaufen lassen.
- Restnutzungsdauer ist restlicher Abnutzungsvorrat durch Verschleiß je Jahr.
- Risse an tragenden Nähten nie einfach zuschweißen; erst sperren und Ursache klären.
Formeln
- Restnutzungsdauer bei gleichmäßigem Verschleiß
- Restnutzungsdauer in Jahren, Verschleißgrenze, Messwert, Verschleiß in der Zeit
- Waagerechte Bandkraft
- Kraft je Band in N, Gewichtskraft des Flügels in N, Schwerpunktabstand von der Drehachse in m, Bandabstand in m
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Neuwert statt des aktuellen Messwerts als Ausgangspunkt für den restlichen Abnutzungsvorrat genommen.
- Bei der Bandkraft die volle Flügelbreite statt des Schwerpunktabstands eingesetzt.
- Kontaktkorrosion mit Spannungsrisskorrosion verwechselt; entscheidend sind die zwei Metalle und der Elektrolyt.
- Befunde ohne Position und Messwert notiert; später weiß niemand, welche Tür gemeint war.
Probier eine Aufgabe aus
Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenDie Laufrolle eines Schiebetors hatte neu einen Durchmesser von , die Verschleißgrenze liegt bei . Nach 5 Jahren messen Sie . Berechnen Sie die Restnutzungsdauer in Jahren bei gleichmäßigem Verschleiß. Runden Sie auf eine Nachkommastelle.
Tipps aus der Werkstatt
- Erst fragen, dann prüfen, dann tauschen. Schleift der Flügel unten auf der Schlossseite, zuerst an die Bänder denken. Restnutzungsdauer immer vom aktuellen Messwert bis zur Verschleißgrenze rechnen, nicht vom Neuwert. Riss an tragender Naht: sperren, nicht zuschweißen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Fehlersuche, Verschleiß und Schadensbeurteilung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 13a (Instandhalten von Systemen des Metall- und Stahlbaus). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.