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Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2

Befestigungsmittel, Zulassungen und Montage

Treppen und Geländer am Bauwerk befestigen: Dübel und Anker mit ETA, Rand- und Achsabstände, Lochstein und WDVS, Auflagerkräfte und Montage.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Tragende Befestigungen brauchen einen Verwendbarkeitsnachweis, heute meist eine Europäische Technische Bewertung (ETA), bei älteren Produkten die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung. Spreizdübel halten durch Reibschluss, Hinterschnittanker und Betonschrauben durch Formschluss, Injektionsanker durch Stoffschluss. Welcher Dübel passt, hängt vom Untergrund ab: In Beton zählen Festigkeit und ob er gerissen sein kann, in Lochsteinen nimmt man Injektionsmörtel mit Siebhülse und bohrt ohne Schlag. Bohrlochtiefe, Reinigung, Montagedrehmoment, Aushärtezeit und Mindestabstände stehen in der ETA und der Montageanleitung; nur bei Einhaltung gelten die Lastwerte.

An Plattenstirnen und dünnen Bauteilen entscheidet oft der Randabstand: Ist er zu klein, bricht ein Betonkeil aus, lange bevor der Dübel versagt. Wird ein Geländer seitlich befestigt, erzeugt die Holmlast ein Moment, das über den Hebelarm der Fußplatte zu Zugkräften in den oberen Dübeln führt; kleine Fußplatten treiben diese Kräfte stark nach oben. Vor einem Wärmedämmverbundsystem muss die Last durch die Dämmung in den tragenden Grund geführt werden, mit thermisch getrennten Konsolen gegen die Wärmebrücke.

Treppen liegen mit ihren Wangen auf Podesten, Decken oder Sockeln auf. Die Bemessungslast ergibt sich aus Eigen- und Nutzlast mit γG = 1,35 und γQ = 1,5 und verteilt sich auf die Auflager; unter Auflagerplatten ist die Flächenpressung zu prüfen. Montiert wird nach Montageanweisung: Auflager prüfen, mit geprüften Anschlagmitteln einheben, ausrichten, befestigen und protokollieren. Schweißarbeiten am Bau brauchen eine Erlaubnis für Heißarbeiten mit Brandwache.

Das solltest du dir merken

  • Ohne ETA oder Zulassung keine tragende Befestigung an Treppe, Geländer oder Vordach.
  • Rand- und Achsabstände und Bauteildicke aus der ETA sind Pflicht, nicht Empfehlung.
  • In Lochsteinen Injektion mit Siebhülse, Bohren ohne Schlag.
  • Dübelzug am Pfosten = Moment durch Hebelarm, verteilt auf die Dübel der Zugseite.
  • Bemessungslast = 1,35 mal Eigenlast plus 1,5 mal Nutzlast.

Formeln

Bemessungslast
Eigenlast, Nutzlast, , als übliche Teilsicherheitsbeiwerte
Dübelzug aus einem Moment
Zugkraft je Dübel, Bemessungsmoment, Hebelarm, Zahl der Dübel auf der Zugseite
Flächenpressung
in N/mm², Auflagerkraft in N, Auflagerfläche in mm²

Typische Fehler in der Prüfung

  • Spreizdübel in Hochlochziegel mit Hammerbohren gesetzt; die Stege brechen.
  • Dübel an der Plattenstirn zu nah an der Kante gesetzt; der Beton bricht aus.
  • Die Teilsicherheitsbeiwerte vergessen oder beide Lasten mit demselben Faktor erhöht.
  • Verbundanker vor Ablauf der Aushärtezeit belastet, besonders bei Kälte.

Tipps aus der Werkstatt

  • Erst in die ETA schauen, dann bohren: Untergrund, Randabstand, Bohrlochtiefe, Drehmoment und Aushärtezeit stehen dort. Lochstein heißt Injektion mit Siebhülse ohne Schlag. Dübelzug am Pfosten = Moment durch Hebelarm, geteilt durch die Dübel auf der Zugseite.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Befestigungsmittel, Zulassungen und Montage“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 12 (Herstellen von Treppen und Geländern); DIN EN 1990; DIN EN 1991-1-1. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.