Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Auslieferungsinspektion und Inbetriebnahme
Auslieferungsinspektion und Inbetriebnahme von Traktor, Bagger, Feldspritze und Motorsäge: Checkliste, Anbau, Ballast, Abdrehen und Probelauf.
Darum geht es
Bevor eine neue oder überholte Maschine zum Kunden geht, prüft die Werkstatt sie nach der Checkliste des Herstellers. Diese Auslieferungsinspektion umfasst Lieferumfang und Transportschäden, alle Füllstände, Radmuttern mit Anzugsmoment, Reifendruck, Beleuchtung und Warneinrichtungen sowie eine Funktionsprüfung von Motor, Antrieben, Hydraulik und Elektronik. Für den Transport demontierte Teile werden montiert, Software und Anbaugeräte-Profile eingerichtet. Das Ergebnis wird dokumentiert und ist oft Voraussetzung für die Garantie.
Bei der Inbetriebnahme am Gespann des Kunden kommen Anbau und Einstellung dazu: Dreipunkt und Anhängung, Gelenkwelle auf die richtige Länge kürzen, Hydraulik- und Elektrikanschlüsse, ISOBUS-Terminal. Ein schweres Heckgerät entlastet die Vorderachse; die Mindest-Vorderachslast laut Betriebsanleitung sichert Lenken und Bremsen und wird mit Frontballast erreicht, ohne zulässige Achslasten und Reifentragfähigkeit zu überschreiten. Ausbringgeräte werden auf Menge je Fläche eingestellt: Feldspritze auslitern, Drillmaschine abdrehen, Düngerstreuer mit Prüfschalen kontrollieren.
Auch Bau-, Forst- und Kommunaltechnik hat eigene Punkte: Am Bagger werden Ölstrom und Druck für Anbaugeräte wie Hammer oder Schwenklöffel eingestellt, elektrische Baustellengeräte auf Drehrichtung und Schutzmaßnahme geprüft, an der Motorsäge Kettenbremse, Kettenspannung, Schmierung und Leerlauf. Fehler, die dabei auftreten, werden systematisch eingegrenzt und vor der Übergabe behoben.
Das solltest du dir merken
- Auslieferungsinspektion heißt prüfen nach Herstellerliste, nicht vorsorglich Teile tauschen.
- Gelenkwelle am jeweiligen Gespann ablängen; in der kürzesten Stellung darf sie nicht auf Block gehen.
- Heckgerät ausgehoben entlastet die Vorderachse; Mindest-Vorderachslast laut Betriebsanleitung einhalten.
- Feldspritzen werden nur mit klarem Wasser geprüft und ausgelitert.
- Radmuttern nach der ersten Betriebszeit erneut mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nachziehen.
Formeln
- Düsenausstoß der Feldspritze
- in l/min, Aufwandmenge in l/ha, in km/h, Düsenabstand in m
- Entlastung der Vorderachse durch ein Heckgerät
- Gerätemasse, Abstand Schwerpunkt bis Hinterachse, Radstand
- Spritzdruck für einen anderen Düsenausstoß
- Spritzdruck in bar, Ausstoß je Düse in l/min; der Ausstoß wächst mit der Wurzel des Drucks
- Saatmenge aus der Abdrehprobe
- aufgefangene Masse in kg, abgedrehte Teilfläche in ha
- Korrektur des Dosiergetriebes (näherungsweise linear)
- Skalenwert, abgedrehte und gewünschte Saatmenge in kg/ha
Typische Fehler in der Prüfung
- Beim Düsenausstoß den Faktor 600 vergessen oder den Düsenabstand nicht eingesetzt.
- Den Spritzdruck im selben Verhältnis wie den Ausstoß geändert statt im Quadrat.
- Den Frontballast so berechnet, als würde er die Gesamtmasse nicht erhöhen.
- Gelenkwelle nur nach der Länge der alten Welle gekürzt, ohne am Gespann zu messen.
Tipps aus der Werkstatt
- Düsenausstoß q = Q mal v mal a durch 600, mit Q in l/ha, v in km/h und a in m; für den doppelten Ausstoß braucht die Düse den vierfachen Druck. Beim Frontballast nicht vergessen, dass der Ballast selbst die Gesamtmasse erhöht. Feldspritzen werden nur mit klarem Wasser geprüft, Gelenkwellen immer am Gespann des Kunden abgelängt.
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15 Aufgaben zu „Auslieferungsinspektion und Inbetriebnahme“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 13 (In- und Außerbetriebnehmen und Übergeben von Maschinen, Geräten und Anlagen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.