Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Räder, Reifen, Ballastierung und Laufwerke
Räder, Reifen und Laufwerke an Land- und Baumaschinen: Reifendruck nach Tabelle, Schlupf, Ballastierung, Achslast und Kettenlaufwerke.
Darum geht es
Traktorreifen tragen große Lasten bei kleinem Druck. Wie viel ein Reifen tragen darf, hängt von Fülldruck und Geschwindigkeit ab und steht in der Tabelle des Reifenherstellers; IF- und VF-Reifen tragen dieselbe Last mit weniger Druck. Auf dem Acker schont ein niedriger Druck den Boden, vergrößert die Aufstandsfläche und senkt den Schlupf. Für schnelle Straßenfahrt wird der Druck angehoben, sonst walkt der Reifen, wird heiß und verschleißt. Reifendruckregelanlagen machen den Wechsel während der Fahrt möglich.
Der Triebkraftschlupf vergleicht die Geschwindigkeit aus Raddrehzahl und Abrollumfang mit der tatsächlich gefahrenen. Ballast verbessert die Zugkraft und sichert die Lenkfähigkeit: Ein schweres Heckgerät entlastet die Vorderachse, ein Frontgewicht gleicht das aus. Dabei dürfen weder zulässige Achslasten noch Gesamtgewicht noch Reifentragfähigkeit überschritten werden, und die Mindest-Vorderachslast aus der Betriebsanleitung muss erreicht sein. Reifen mit Flüssigkeitsfüllung bekommen eine frostsichere Lösung bei oben stehendem Ventil.
Bagger und Raupen fahren auf Gummi- oder Stahlketten mit Turas, Leitrad, Laufrollen und Stützrollen. Der Kettendurchhang wird nach Herstellerangabe eingestellt; beim Entspannen am Fettspannzylinder steht das Fett unter hohem Druck. Schwere Räder werden mit Montagewagen gewechselt, Radmuttern über Kreuz mit Drehmoment angezogen und nach der vorgegebenen Betriebszeit nachgezogen.
Das solltest du dir merken
- Fülldruck nur aus der Tabelle des Reifenherstellers, passend zu Last und Geschwindigkeit.
- Zwischen zwei Tabellenwerten gilt der nächsthöhere Druck.
- Schlupf immer auf die theoretische Geschwindigkeit beziehen.
- Heckgerät entlastet die Vorderachse um Gewicht mal Hebelarm durch Radstand.
- Radmuttern nach der ersten Betriebszeit laut Anleitung nachziehen.
Formeln
- Triebkraftschlupf
- Geschwindigkeit aus Raddrehzahl, tatsächliche Geschwindigkeit
- Fahrgeschwindigkeit aus Raddrehzahl
- in km/h, in 1/min, Abrollumfang in m
- Entlastung der Vorderachse durch ein Heckgerät
- Gerätegewicht, Abstand des Schwerpunkts hinter der Hinterachse, Radstand
Typische Fehler in der Prüfung
- Schlupf auf die gemessene statt auf die theoretische Geschwindigkeit bezogen.
- Achslast nicht auf zwei Reifen verteilt, bevor in der Tabelle nachgesehen wurde.
- Radstand und Hebelarm des Heckgeräts vertauscht.
- Kette am Fettspannzylinder durch völliges Herausdrehen des Ventils entspannt.
Tipps aus der Werkstatt
- Achslast erst durch zwei teilen, dann in der Tabelle den nächsthöheren Druck nehmen, nie abrunden. Schlupf bezieht sich auf die theoretische Geschwindigkeit. Ein Heckgerät entlastet die Vorderachse um G · c / a; reicht die Mindest-Vorderachslast laut Anleitung nicht, muss Frontballast dran.
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15 Aufgaben zu „Räder, Reifen, Ballastierung und Laufwerke“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 10 (Instandhalten von Fahrwerken an Maschinen und Geräten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.