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Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2

Beanspruchung und Dimensionierung von Blechbauteilen

Blechbauteile dimensionieren: Beanspruchungsarten, zulässige Spannung, erforderliche Blechdicke, Steifigkeit durch Sicken und Kantungen, Werkstoffwahl.

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Darum geht es

Blechkonstruktionen wie Konsolen, Gehäuse, Behälter oder Verkleidungen werden auf Zug, Druck, Biegung und Abscheren beansprucht. Dünne Bleche haben eine Schwäche: Unter Druck oder Schub weichen sie in der Fläche aus, sie beulen. Deshalb kommt es nicht nur auf die Festigkeit an, sondern auch auf die Steifigkeit. Sicken, abgekantete Ränder, Borde und aufgeschweißte Steifen bringen Werkstoff aus der neutralen Faser heraus und machen die Fläche steif, ohne dass das Blech dicker werden muss.

Für die Dimensionierung wird aus der Streckgrenze (bei Aluminium und nichtrostendem Stahl die Dehngrenze ) und der Sicherheitszahl die zulässige Spannung bestimmt. Mit der Kraft folgt daraus der erforderliche Querschnitt und bei bekannter Breite die Blechdicke. Maßgebend ist immer der schwächste Querschnitt, etwa durch eine Bohrung. Gewählt wird die nächstgrößere lieferbare Dicke. Bei Biegung geht die Dicke im Quadrat in das Widerstandsmoment und in der dritten Potenz in die Steifigkeit ein.

Der Werkstoff richtet sich nach Last, Umgebung und Fertigung: allgemeiner Baustahl S235 oder S355 für tragende Teile, Kaltumformstahl DC01 für lackierte Verkleidungen, bandverzinktes Blech für Kantteile im Freien, nichtrostender Stahl 1.4301 für Lebensmittel und Feuchträume, AlMg3 für leichte, seewasserbeständige Teile. Bei schwingender Last zählt die Gestaltung: Radien statt scharfer Ecken, Abstand der Ausschnitte von Biegekanten, kein Kerb in hochbelasteten Zonen.

Das solltest du dir merken

  • Zulässige Spannung gleich Streckgrenze durch Sicherheitszahl; gerechnet wird mit dem geschwächten Querschnitt.
  • Die erforderliche Blechdicke wird immer auf die nächste lieferbare Dicke aufgerundet.
  • Doppelte Dicke gibt das vierfache Widerstandsmoment und die achtfache Biegesteifigkeit.
  • Sicken, Borde und Steifen verhindern Beulen und sparen Gewicht gegenüber dickeren Blechen.
  • Bei Schwingungen sind Kerben die häufigste Bruchursache; Ecken ausrunden.

Formeln

Zulässige Spannung
Streckgrenze in N/mm², Sicherheitszahl
Erforderliche Blechdicke bei Zug
Zugkraft in N, tragende Breite in mm, in N/mm²
Widerstandsmoment Rechteckquerschnitt
Breite und Dicke in mm, in mm³

Typische Fehler in der Prüfung

  • Mit der vollen Breite gerechnet, obwohl eine Bohrung den Querschnitt schwächt.
  • Erforderliche Dicke auf die nächstkleinere Normdicke abgerundet.
  • Kraft in kN eingesetzt, aber Spannung in N/mm² erwartet.
  • Aluminium bei gleicher Dicke als gleich steif wie Stahl angenommen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Erforderliche Blechdicke: Kraft in N durch Breite mal zulässige Spannung, und die zulässige Spannung ist Streckgrenze durch Sicherheitszahl. Hat die Lasche eine Bohrung, zählt nur die Restbreite. Das Ergebnis immer auf die nächste lieferbare Dicke aufrunden, nie abrunden.

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13 Aufgaben zu „Beanspruchung und Dimensionierung von Blechbauteilen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 9 (Herstellen von Konstruktionen aus Blechbauteilen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.