Lernfeld 14 · Prüfung Teil 2
Kosten von Änderungen ermitteln
Kosten von Änderungen im Stahl- und Metallbau ermitteln: Stunden, Kran, Beschichtungsfläche, Schrott, Nachträge nach VOB/B, Stundenlohn.
Darum geht es
Änderungen an bestehenden Konstruktionen kosten je Kilogramm meist mehr als Neubau, weil Aufmaß, Einzelanfertigung, Anfahrt, Demontage und Anpassarbeiten am Bestand hinzukommen. Eine Kalkulation erfasst Montagestunden je Monteur, Material, Hebezeug wie Autokran oder Hubarbeitsbühne, Anfahrt, Entsorgung und das Ausbessern des Korrosionsschutzes. Schrott aus dem Rückbau bringt eine Gutschrift, alte Anstriche mit Schadstoffen dagegen Entsorgungskosten. Für Beschichtungen wird die Oberfläche berechnet, bei Rohren als Mantelfläche aus Umfang mal Länge.
Der Stundenverrechnungssatz liegt deutlich über dem Bruttolohn, weil er Lohnnebenkosten, Ausfallzeiten, Gemeinkosten und Gewinn deckt. Ob repariert oder erneuert wird, zeigt ein Vergleich der Kosten je Nutzungsjahr: Eine billige Reparatur mit kurzer Restnutzungsdauer kann teurer sein als eine neue Konstruktion. Die Entscheidung trifft der Kunde, der Betrieb liefert nachvollziehbare Zahlen.
Verlangt der Kunde während der Arbeit eine im Vertrag nicht vorgesehene Leistung, muss der Anspruch auf Vergütung nach VOB/B vor der Ausführung angekündigt werden; am sichersten ist ein schriftlich beauftragtes Nachtragsangebot. Arbeiten im Stundenlohn werden auf Stundenlohnzetteln erfasst und vom Auftraggeber bestätigt. Beim Einheitspreisvertrag wird nach Aufmaß abgerechnet, beim Pauschalvertrag gilt der feste Preis.
Das solltest du dir merken
- Monteurstunden zählen für jeden Monteur, Kranstunden einmal.
- Demontage, Entsorgung und Ausbessern des Korrosionsschutzes nicht vergessen.
- Zusätzliche Leistungen vor der Ausführung ankündigen, sonst droht der Verlust der Vergütung.
- Stundenzettel täglich ausfüllen und vom Kunden unterschreiben lassen.
- Reparatur und Neubau über die Kosten je Nutzungsjahr vergleichen.
Formeln
- Mantelfläche eines Rohrs
- Außendurchmesser in m, Rohrlänge in m, in m²
- Kosten je Nutzungsjahr
- Kosten der Variante, erwartete Nutzungsdauer in Jahren
Typische Fehler in der Prüfung
- Monteurstunden nur einmal statt für jeden Monteur angesetzt.
- Rohrdurchmesser in mm statt in m in die Flächenformel eingesetzt.
- Zusatzleistung erst nach der Ausführung angesprochen.
- Nur den Preis der Reparatur mit dem Neubau verglichen, ohne die Nutzungsdauer.
Tipps aus der Werkstatt
- Monteurstunden zählen für jeden Monteur, Kranstunden nur einmal. Demontage, Entsorgung und Ausbessern des Korrosionsschutzes gehören in jede Änderungskalkulation. Zusatzleistung nach VOB/B vor der Ausführung ankündigen, sonst droht der Verlust der Vergütung.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Kosten von Änderungen ermitteln“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 14 (Ändern und Anpassen von Produkten der Konstruktionstechnik); VOB/B. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.