Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Befestigungsmittel, Ausrichten und Lagesicherung
Dübel, Blindniete und Bohrschrauben richtig wählen, Fundamente einmessen, Stützen ausrichten und die Lage bis zur Aussteifung sichern.
Darum geht es
Befestigungsmittel werden nach Untergrund, Last und Zugänglichkeit gewählt. In Beton tragen Spreiz-, Hinterschnitt- oder Verbunddübel; für sicherheitsrelevante Befestigungen nur mit Europäischer Technischer Bewertung oder bauaufsichtlicher Zulassung. Deren Vorgaben zu Bohrlochreinigung, Setztiefe, Rand- und Achsabstand und Anzugsmoment sind verbindlich, sonst sinkt die Tragfähigkeit. Ist nur eine Seite zugänglich, helfen Blindniete oder Blindnietmuttern. Trapezbleche werden mit Bohrschrauben und Dichtscheibe befestigt, die gerade so weit gepresst wird, dass sie dichtet.
Vor dem Stellen der Stützen werden Lage und Höhe der Fundamente und Ankerschrauben gegen Achsen und Höhenfestpunkt geprüft. Beim Nivellement ergibt sich die Höhe eines Punkts aus der Höhe des Festpunkts plus Rückblick minus Vorblick. Rotationslaser übertragen Höhen über ganze Hallen, Tachymeter stecken Punkte nach Koordinaten ab, Lot und Theodolit prüfen die Lotrechte, gleiche Diagonalen zeigen rechte Winkel. Höhenunterschiede an den Stützenfüßen gleichen Futterplatten oder Justiermuttern aus.
Frisch gestellte Stützen und Binder brauchen Halt, bis die Verbände eingebaut sind: Abspannseile mit Spannschloss, Hilfsstützen oder Montageverbände. Ausgerichtet wird mit gelösten Verbindungen, gemessen in beiden Richtungen und verglichen mit der zulässigen Toleranz, zum Beispiel einer Schiefstellung von höchstens h/300. Erst danach werden die Schrauben planmäßig angezogen und die Fugen unter den Fußplatten mit schwindarmem Mörtel vergossen. Lange Bauteile im Freien bekommen ein Loslager, etwa Langlöcher, damit die Wärmedehnung keine Zwängungen erzeugt.
Das solltest du dir merken
- Bohrloch reinigen ist bei Dübeln Pflicht, Bohrmehl kann die Tragfähigkeit stark senken.
- Höhe des Neupunkts gleich Höhe des Festpunkts plus Rückblick minus Vorblick.
- Erst ausrichten, dann Schrauben planmäßig anziehen, zuletzt die Fußfugen vergießen.
- Hilfskonstruktionen bleiben, bis die Konstruktion durch Verbände standsicher ist.
- Stahl dehnt sich um etwa 0,012 mm je Meter und Kelvin aus.
Formeln
- Höhe beim Nivellement
- Höhe des Neupunkts, Höhe des Festpunkts, Rückblick, Vorblick, alle in m
- Zulässige Schiefstellung
- Abweichung des Stützenkopfs aus dem Lot, Stützenhöhe, beide in mm; der Nenner nach Montageplan
- Längenänderung durch Wärme
- Längenausdehnungskoeffizient (Stahl ), Ausgangslänge, Temperaturänderung in K
Typische Fehler in der Prüfung
- Rückblick und Vorblick vertauscht; das Vorzeichen der Höhenabweichung kehrt sich um.
- Länge in m eingesetzt und das Ergebnis der Wärmedehnung als mm angegeben.
- Vor dem Ausrichten alle Schrauben fest angezogen; die Stütze lässt sich nur noch mit Gewalt bewegen.
Tipps aus der Werkstatt
- Nivellement in einem Satz: Neupunkt gleich Festpunkt plus Rückblick minus Vorblick. Ist der Vorblick größer als der Rückblick, liegt der Neupunkt tiefer. Beim Ausrichten gilt die Reihenfolge lösen, ziehen, messen, anziehen, vergießen; wer zuerst festzieht, richtet nur noch mit Gewalt.
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14 Aufgaben zu „Befestigungsmittel, Ausrichten und Lagesicherung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 11 (Montieren und Demontieren von Metallkonstruktionen); DIN EN 1090-2. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.