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Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Baustelle, Gerüste und Personensicherung

Montagebaustelle im Stahl- und Metallbau: Einzel- und Blockmontage, Gerüste, Leitern, Hubarbeitsbühnen und PSA gegen Absturz mit Rettungskonzept.

12 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Bevor das erste Bauteil gehoben wird, plant der Montagetrupp den Ablauf: Zufahrt und Lagerflächen, Kranstandort auf tragfähigem Grund, Absperrungen und die Reihenfolge der Bauteile. Bei der Einzelmontage wird jedes Teil einzeln gehoben und in der Höhe angeschlossen. Bei der Blockmontage werden ganze Baugruppen am Boden vormontiert und als Block eingehoben. Ein Variantenvergleich aus Kranmiete, Arbeitsstunden, Platzbedarf und Sicherheit zeigt, welche Lösung passt. Hilfskonstruktionen wie Abspannungen, Montagekonsolen und Hilfsstützen sichern die Konstruktion, bis die endgültigen Verbände eingebaut sind.

Arbeitsplätze in der Höhe werden zuerst kollektiv gesichert: Seitenschutz aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett, Gerüste, Fahrgerüste oder Hubarbeitsbühnen. Auf Baustellen ist nach ASR A2.1 grundsätzlich ab mehr als 2 m Absturzhöhe eine Sicherung nötig, an einzelnen Stellen wie freiliegenden Treppen und Wandöffnungen schon früher. Gerüste stellt der Gerüstbauer auf, prüft und kennzeichnet sie; der Nutzer prüft vor der Benutzung auf augenfällige Mängel und beachtet die Lastklasse. Leitern sind nur für kurze, leichte Arbeiten gedacht und werden mit 65° bis 75° angestellt.

Wo kollektive Sicherungen nicht möglich sind, kommt persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz zum Einsatz: Auffanggurt, Verbindungsmittel mit Falldämpfer oder Höhensicherungsgerät und ein tragfähiger Anschlagpunkt möglichst über dem Kopf. Unter dem Anschlagpunkt muss genug Freiraum bleiben, damit der Fall vor dem Boden endet. Zu jeder PSA-Arbeit gehört ein Rettungskonzept, weil reglos im Gurt Hängende schon nach kurzer Zeit in Lebensgefahr geraten (Hängetrauma). Die Ausrüstung wird mindestens jährlich von einer sachkundigen Person geprüft und nach einem Sturz ausgesondert.

Das solltest du dir merken

  • Kollektiver Schutz wie Seitenschutz und Gerüst geht vor persönlicher Schutzausrüstung.
  • Blockmontage verlagert Arbeit aus der Höhe auf den Boden, verlangt aber einen größeren Kran und eine Vormontagefläche.
  • Seitenschutz besteht aus Geländerholm mit mindestens 1 m Höhe, Zwischenholm und Bordbrett mit mindestens 15 cm.
  • Ein Auffangsystem besteht aus Auffanggurt, Falldämpfer oder Höhensicherungsgerät und geprüftem Anschlagpunkt.
  • Ohne Rettungskonzept und eingewiesene Helfer wird nicht mit PSA gegen Absturz gearbeitet.

Formeln

Freiraum unter dem Anschlagpunkt
Länge des Verbindungsmittels, Aufreißlänge des Falldämpfers, Abstand Rückenöse bis Füße, Sicherheitsabstand, alle in m (Anschlag in Höhe der Rückenöse)

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den Aufreißweg des Falldämpfers vergessen und den Freiraum unter dem Anschlagpunkt zu klein angesetzt.
  • Im Korb einer Gelenkbühne ohne Auffanggurt gearbeitet; ein Ruck des Auslegers schleudert die Person heraus.
  • Beim Variantenvergleich nur die Kranmiete verglichen und die Arbeitsstunden der Monteure weggelassen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Freiraum unter dem Anschlagpunkt: Länge des Verbindungsmittels plus bis zu 1,75 m Aufreißweg des Falldämpfers plus Körper bis zu den Füßen plus 1 m Sicherheit. Wer den Falldämpfer vergisst, rechnet fast 2 m zu wenig. Und: Ohne Rettungskonzept keine Arbeit mit PSA gegen Absturz.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

12 Aufgaben zu „Baustelle, Gerüste und Personensicherung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 11 (Montieren und Demontieren von Metallkonstruktionen); ASR A2.1; DGUV Regel 112-198. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.