Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Brandschutz, Bauvorschriften und Ausführungsklassen
Brandschutz im Stahlbau: Feuerwiderstandsklassen R, E, I, Baustoffklassen, Brandschutzbeschichtung, Profilfaktor, DIN EN 1090 und CE-Kennzeichnung.
Darum geht es
Stahl brennt nicht, seine Streckgrenze sinkt aber ab etwa 400 °C deutlich, bei rund 600 °C ist etwa die Hälfte verloren. Tragende Bauteile müssen deshalb je nach Gebäude eine bestimmte Zeit im Normbrand standhalten. Nach DIN EN 13501-2 steht R für Tragfähigkeit, E für Raumabschluss und I für Wärmedämmung, die Zahl für Minuten, etwa R 30 oder EI2 30-C5 für eine selbstschließende Feuerschutztür. Nach der älteren DIN 4102-2 heißt F 30 feuerhemmend, F 60 hochfeuerhemmend und F 90 feuerbeständig. Das Brandverhalten der Baustoffe beschreiben die Klassen A1 bis F mit Zusätzen für Rauch (s) und brennendes Abtropfen (d).
Wie schnell sich ein Profil erwärmt, zeigt der Profilfaktor , der beflammte Umfang durch die Querschnittsfläche. Schlanke Profile mit großem Profilfaktor brauchen mehr Schutz. Geschützt wird mit dämmschichtbildenden Beschichtungen, die bei Hitze aufschäumen, mit Brandschutzplatten oder Spritzputz. Beschichtungen sind nur als zugelassenes System aus Grundierung, Brandschutzschicht und Deckanstrich wirksam. Die Trockenschichtdicke wird gemessen und dokumentiert, die Nassschichtdicke folgt aus dem Festkörpergehalt.
Tragende Stahl- und Aluminiumbauteile sind Bauprodukte. Nach DIN EN 1090-1 braucht der Hersteller eine von einer notifizierten Stelle zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle, für Schweißarbeiten ab EXC2 eine Schweißaufsicht nach DIN EN ISO 14731. Erst dann darf er eine Leistungserklärung ausstellen und das CE-Kennzeichen setzen. Die Ausführungsklasse EXC1 bis EXC4 legt der Tragwerksplaner fest; DIN EN 1090-2 und -3 regeln, was in jeder Klasse an Fertigung und Prüfung gefordert ist.
Das solltest du dir merken
- R Tragfähigkeit, E Raumabschluss, I Wärmedämmung, C selbstschließend, S Rauchschutz.
- F 30 feuerhemmend, F 60 hochfeuerhemmend, F 90 feuerbeständig.
- Großer Profilfaktor heißt schnelle Erwärmung und dickere Schutzschicht.
- Nassschichtdicke gleich Trockenschichtdicke durch Festkörperanteil; 1 mm auf 1 m² sind 1 Liter.
- Ohne zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle keine CE-Kennzeichnung tragender Bauteile.
Formeln
- Profilfaktor
- beflammter Umfang in m, Querschnittsfläche in m², Ergebnis in 1/m
- Nassschichtdicke
- Trockenschichtdicke in µm, Festkörper-Volumenanteil als Dezimalzahl
- Materialbedarf Beschichtung
- Fläche in m², in mm ergibt Liter, Verlustzuschlag als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Feuerwiderstandsklasse (Bauteil) mit Baustoffklasse (Material) verwechselt.
- Querschnittsfläche in cm² nicht in m² umgerechnet, der Profilfaktor wird zehntausendfach zu klein.
- Mit Trockenschichtdicke statt Nassschichtdicke die Menge berechnet.
- Zugelassene Feuerschutztür eigenmächtig verändert; die Zulassung erlischt.
Tipps aus der Werkstatt
- R heißt tragfähig, E raumabschließend, I wärmedämmend. F 30 ist feuerhemmend, F 90 feuerbeständig, B1 dagegen eine Baustoffklasse. Beim Profilfaktor cm² in m² umrechnen. Ohne zertifizierte werkseigene Produktionskontrolle nach DIN EN 1090 gibt es kein CE-Kennzeichen für tragende Teile.
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13 Aufgaben zu „Brandschutz, Bauvorschriften und Ausführungsklassen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 10 (Herstellen von Konstruktionen aus Profilen); DIN EN 13501, DIN 4102, DIN EN 1090. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.