Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2
Radlager und Antriebswellen
Radlager und Antriebswellen: Gleichlaufgelenke, Manschetten, Ausgleichsgetriebe, Radlagergeräusche, Spielprüfung und Einbau mit Encoder.
Darum geht es
Beim Fronttriebler übertragen zwei Antriebswellen das Moment vom Ausgleichsgetriebe zu den Rädern. Radseitig sitzt ein festes Kugelgleichlaufgelenk für große Beugewinkel beim Lenken, getriebeseitig ein Tripode- oder Verschiebegelenk, das Längenänderungen beim Einfedern ausgleicht. Manschetten halten Fett im Gelenk und Schmutz draußen. Eine gerissene Manschette führt schnell zu einem knackenden Gelenk, besonders beim Anfahren mit eingeschlagener Lenkung.
Das Ausgleichsgetriebe lässt die Räder in Kurven unterschiedlich schnell drehen; die Korbdrehzahl ist dabei der Mittelwert beider Raddrehzahlen. Die Raddrehzahl folgt aus Geschwindigkeit und dynamischem Rollradius. Auch ABS und ESP rechnen mit diesen Drehzahlen; der Magnet-Encoder dafür ist bei modernen Radlagereinheiten im Lager eingebaut und muss richtig herum zum Sensor zeigen.
Defekte Radlager mahlen oder brummen geschwindigkeitsabhängig. In Kurven wird das kurvenäußere Lager belastet; wird das Geräusch dabei lauter, ist es eher dieses Lager, wird es leiser, eher das entlastete. Auf der Bühne wird das Rad gedreht und gekippt. Verschwindet Spiel beim Treten der Bremse, liegt es am Lager, bleibt es, an der Aufhängung. Lager werden mit Presswerkzeug eingebaut, die Zentralschraube meist erneuert und nach Herstellerangabe angezogen.
Das solltest du dir merken
- Radseitig Kugelgelenk, getriebeseitig Verschiebe- oder Tripodegelenk.
- Manschettenschaden früh beheben, solange das Gelenk sauber ist.
- Korbdrehzahl ist der Mittelwert von innerem und äußerem Rad.
- Bremse getreten und Spiel weg heißt Radlager; Spiel bleibt heißt Aufhängung.
- Encoderseite des Radlagers zeigt zum Drehzahlsensor.
Formeln
- Raddrehzahl
- in m/s, dynamischer Rollradius in m, in 1/s
- Ausgleichsgetriebe
- Korbdrehzahl, und Drehzahl des inneren und äußeren Rades
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Geschwindigkeit in km/h statt in m/s eingesetzt.
- Mit dem Durchmesser statt mit dem Radius den Abrollumfang doppelt gerechnet.
- Bei Kurvengeräuschen das belastete mit dem entlasteten Lager verwechselt.
- Das Radlager über den falschen Ring eingepresst und dabei vorgeschädigt.
Tipps aus der Werkstatt
- Radlagerspiel oder Aufhängung? Rad kippen lassen und dabei die Bremse treten. Ist das Spiel dann weg, war es das Lager. Bei Kurvengeräuschen gilt: Das kurvenäußere Lager wird belastet. Wird es in der Rechtskurve leiser, ist meist das rechte Lager hin.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Radlager und Antriebswellen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 7 (Verschleißbehaftete Baugruppen und Systeme instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.