Lernfeld 14 · Prüfung Teil 2
Infotainment und Telematik
Infotainment und Telematik im Pkw: Antennen und Empfang, Navigation, Funkdienste, schnelle Bussysteme, eCall, Software-Updates und Datenschutz.
Darum geht es
Das Infotainment bündelt Radio, Navigation, Telefon, Musik und Fahrzeugeinstellungen. Für den Empfang sitzen Antennen in der Dachantenne, in Scheiben oder Stoßfängern. Aktive Antennen haben einen Verstärker, der meist über den Innenleiter des Antennenkabels gespeist wird (Phantomspeisung). Die Länge einer Antenne hängt von der Wellenlänge ab, eine Viertelwellenantenne ist ein Viertel davon lang. Die Navigation bestimmt die Position über Satelliten (GNSS) und rechnet im Tunnel mit Wegsignal und Drehrate weiter (Koppelnavigation).
Weil Displays, Kameras und Audio große Datenmengen erzeugen, arbeiten Infotainmentsysteme mit schnellen Netzen: Automotive Ethernet über ein verdrilltes Adernpaar, in älteren Fahrzeugen MOST mit Lichtwellenleitern in Ringstruktur. Ein Ringbruch legt dort alle Teilnehmer lahm. Telematik verbindet das Fahrzeug über Mobilfunk mit dem Hersteller, etwa für Online-Dienste, Fernzugriff und Software-Updates. Das eCall-System baut nach einem schweren Unfall automatisch eine Verbindung zur 112 auf und sendet Position und Fahrzeugdaten.
In der Werkstatt gehören Flashen und Codieren zum Alltag. Beim Software-Update hängt ein Ladegerät am Fahrzeug, damit die Spannung stabil bleibt; der Vorgang darf nicht unterbrochen werden, und der Softwarestand wird dokumentiert. Viele Steuergeräte sind durch Komponentenschutz an das Fahrzeug gebunden und müssen nach dem Tausch online freigeschaltet werden. Im Infotainment liegen persönliche Daten wie Kontakte und Ziele; vor dem Verkauf werden sie gelöscht und Konten abgemeldet.
Das solltest du dir merken
- Aktive Antennen werden meist über das Antennenkabel gespeist.
- Video und Audio brauchen schnelle Netze wie Automotive Ethernet.
- Ein Ringbruch im MOST-Bus legt alle Teilnehmer still.
- Beim Flashen immer Ladegerät anschließen und nicht unterbrechen.
- Ein Byte hat 8 Bit, Datenraten stehen meist in Bit je Sekunde.
Formeln
- Wellenlänge
- m/s Lichtgeschwindigkeit, Frequenz in Hz
- Übertragungsdauer
- Datenmenge in Byte, Datenrate in Bit je Sekunde
Typische Fehler in der Prüfung
- Byte und Bit bei der Übertragungsdauer nicht umgerechnet.
- MHz nicht in Hz umgerechnet und eine viel zu kurze Wellenlänge erhalten.
- Ein Steuergerät ohne Ladegerät geflasht.
- Vor dem Gerätetausch die Codierung des alten Geräts nicht gesichert.
Tipps aus der Werkstatt
- Datenraten stehen in Bit je Sekunde, Dateigrößen in Byte. Also erst mal 8 nehmen: 2 GB sind 16 000 Mbit, bei 40 Mbit/s dauert das 400 s. Und vor jedem Flashen ein Ladegerät anschließen; ein Spannungseinbruch mitten im Update kann ein Steuergerät unbrauchbar machen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
11 Aufgaben zu „Infotainment und Telematik“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 14 (Systeme und Komponenten aus-, um- und nachrüsten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.